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Mustang

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

Mustang: Herkunft, Haltung und Fütterung

Was ein Pferd aus dem Hochland von Nevada braucht, wenn es plötzlich auf einer deutschen Weide steht – über 26 Jahre Praxiserfahrung

Direkte Antwort: Was ist beim Mustang anders?

Ein Mustang ist kein Wildpferd. Er ist ein verwildertes Hauspferd, das über gut vierhundert Jahre von der Umwelt selektiert wurde statt von einem Zuchtverband. Was dabei herauskam, ist ein Pferd für Dauerbewegung auf karger, rohfaserreicher Nahrung.

Aus unserer Erfahrung als Tierheilpraktiker entsteht das Missverständnis genau hier. Halter denken, ein Pferd aus der Wildnis verkrafte alles. Robust ist es gegen Kälte, Wind, Steine und lange Strecken. Robust ist es nicht gegen zwölf Stunden auf einer gedüngten Frühjahrsweide und zweimal täglich einen Kraftfuttereimer. Das ist für diesen Pferdetyp das eigentliche Extrem, nicht der Winter im Offenstall.

Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt. Wir ordnen ein, was in der Fütterung dazu passt.

Kurz zusammengefasst
  • Fachlich heißen Mustangs feral, also verwildert. Ein echtes Wildpferd ist das Przewalski-Pferd, das nie domestiziert war.
  • Seit 1971 stehen die frei lebenden Bestände unter gesetzlichem Schutz; verwaltet werden sie vom Bureau of Land Management, vor allem in Nevada, Utah, Wyoming und Oregon.
  • Stockmaß meist 135 bis 155 cm, Gewicht etwa 350 bis 500 kg. Ein einheitliches Erscheinungsbild gibt es nicht.
  • Der häufigste Fehler aus unserer Sicht: In der Ankunftsphase werden Futter, Herde und Trainingskonzept gleichzeitig geändert. Ruhe steht hier vor jeder Optimierung.
  • Was wir aus 26 Jahren Praxis sehen: Fütterungsthemen beruhigen sich bei diesem Pferdetyp oft erst, wenn die Gruppe steht.
Womit begleiten? Erst die Lage, dann das Mittel

Wenn die Basis stehen soll. Im Freiland fressen Mustangs über den Tag zwanzig, dreißig verschiedene Pflanzen von unterschiedlichen Böden. Eine deutsche Standweide besteht aus vier oder fünf Gräsern. Diese Lücke schließen Sie über die Mineralversorgung, nicht über mehr Futter. Als Dauerbasis geben wir VetLine Surf and Turf Basic Mineral Pferd, ein naturbelassenes Mineralfutter aus marinen und pflanzlichen Quellen – durchgehend, nicht phasenweise. 3,5 kg reichen bei einem mittelgroßen Pferd rund zwei Monate.

Wenn die Umstellung ansteht. Frisch adoptiert, frisch importiert, frisch vom Trainingsstall in den eigenen Stall: In dieser Phase ändert sich alles auf einmal – Futter, Wasser, Herde, Untergrund. Für Wochen mit hoher Beanspruchung gibt es das VetLine Entero Clean Duo Aktiv, Basic-Pulver plus Liquid, sechs Wochen parallel, danach zwei Wochen Pause. Das Liquid führen Sie über drei Tage langsam ein. Turnierkarenz: 48 Stunden.

Wenn Ihr Pferd auf der deutschen Weide ansetzt. Der Hals wird fester, Polster hinter der Schulter, der Tierarzt betreut das Pferd bereits. Dann begleiten wir den Energiestoffwechsel über die Fütterung: VetLine Metabo Rapid Duo Aktiv, beide Komponenten parallel, sechs bis acht Wochen. Metabo Rapid geben wir grundsätzlich mit Entero Clean Basic, deshalb das Duo; die Karenz ist mehrtägig. Der erste Schritt bleibt trotzdem die Weidezeit.

Wenn die Lage unklar ist. Das Pferd ist da, die Werte sind unauffällig, und trotzdem stimmt etwas nicht. Wo wir anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch, telefonisch unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.

Woher der Mustang kommt

Die Spanier brachten ab dem 16. Jahrhundert Pferde iberischer Herkunft nach Nordamerika – Berber, Andalusier und verwandte Typen. Ein Teil dieser Tiere entkam oder blieb zurück. Später kamen Ranchpferde, Quarter Horses und Vollblüter dazu, teils entlaufen, teils in Zeiten der Mechanisierung schlicht freigelassen.

Was daraus entstand, ist keine Rasse im Sinne eines Zuchtbuchs. Es ist eine Population, über deren Entwicklung keine Körkommission entschied, sondern der Winter: Trittsicherheit, Hufhärte, Futtereffizienz und ein funktionierendes Sozialverhalten waren Überlebensbedingungen. Wer ein Bein verlor, verlor alles.

1971 verabschiedete der US-Kongress den Wild Free-Roaming Horses and Burros Act und stellte die frei lebenden Bestände unter Schutz. Seither verwaltet das Bureau of Land Management die Herden auf öffentlichem Land, vor allem in Nevada, Utah, Wyoming und Oregon. Die Behörde fängt regelmäßig Tiere ein und vermittelt sie über Adoptionsprogramme; ein erheblicher Teil der Tiere lebt dauerhaft in Auffanganlagen. Auf diesem Weg kommen auch die wenigen Mustangs nach Europa, die hier in Privathand stehen. Das Mustang Makeover in Deutschland, seit 2019 ausgetragen, hat den Typ hierzulande bekannter gemacht.

Exterieur, Charakter, Einsatz

Ein einheitliches Erscheinungsbild gibt es nicht. Das Stockmaß liegt meist zwischen 135 und 155 cm, das Gewicht zwischen etwa 350 und 500 kg. Regionale Populationen unterscheiden sich deutlich: Die Pryor-Mountain-Herde in Montana zeigt starke iberische Merkmale bis hin zum Aalstrich, Kiger-Mustangs aus Oregon wirken kompakt und dunkelfarbig, andere Herden sehen nach Ranchpferd aus.

Gemeinsam ist den meisten ein trockenes Fundament und außergewöhnlich harte Hufe. Viele Mustangs laufen in Deutschland barhuf, und das ist in der Regel die richtige Entscheidung. Der Abrieb auf Steinboden fehlt hier allerdings, weshalb der Hufbearbeiter enger getaktet kommen muss als beim freilebenden Vorbild.

Im Umgang ist ein Mustang aufmerksamer als ein hier geborenes Reitpferd. Er prüft, bevor er folgt, und er merkt sich, wie eine Situation ausgegangen ist. Halter beschreiben uns das oft so: Zwei Jahre lang passiert scheinbar wenig, und dann ist die Bindung fester als bei jedem Pferd, das sie vorher hatten. Eingesetzt werden Mustangs im Freizeitbereich, im Wanderreiten, im Trail und in der Working Equitation.

Warum die Fütterung der kritische Punkt ist

Ein Mustang im Great Basin legt täglich zweistellige Kilometerzahlen zurück, meist im Schritt, meist fressend. Die Nahrung besteht aus Beifuß, Steppengräsern und dem, was zwischen Steinen wächst: viel Rohfaser, wenig Zucker, hoher Kauaufwand. Der Verdauungstrakt ist darauf eingerichtet, kleine Mengen über sechzehn bis achtzehn Stunden aufzunehmen.

In Deutschland trifft dieses System auf etwas anderes. Weidegras speichert Zucker in Form von Fruktan, besonders nach kalten Nächten mit anschließendem Sonnentag – also im April und im Oktober. Dazu kommt Heu, das je nach Schnitt und Fläche erhebliche Zuckermengen enthalten kann. Eine Heuanalyse kostet einen niedrigen zweistelligen Betrag und beantwortet die Frage, über die sonst im Stall diskutiert wird.

Als Orientierung für die Raufuttermenge gelten rund 1,5 Prozent der Körpermasse pro Tag, bei einem 400-kg-Mustang also etwa 6 kg. Unter 1,2 Prozent geht es nicht, ohne Magen und Verhalten zu belasten. Gesteuert wird deshalb über Qualität und Fressgeschwindigkeit: engmaschige Heunetze verlängern die Fresszeit erheblich und kommen dem ursprünglichen Rhythmus näher als drei große Portionen. Kraftfutter braucht ein Freizeitmustang in aller Regel nicht.

Der zweite Punkt ist die Herde. Mustangs organisieren sich über stabile Sozialverbände, und eine wechselnde Zusammensetzung im Offenstall beschäftigt sie stärker als andere Pferde. Wir sehen in der Beratung regelmäßig, dass sich Fütterungsthemen erst beruhigen, wenn die Gruppe steht.

Wann der Tierarzt dran ist und nicht die Fütterung Warme Hufe, deutlicher Puls an der Fesselbeuge, klammer Gang auf hartem Boden – Anzeichen einer erhöhten Empfindlichkeit im Bereich der Hufe und ein Fall für den sofortigen Anruf in der Tierarztpraxis. Ebenso: Kolikanzeichen in den ersten Wochen nach einer Futterumstellung, starkes Abmagern trotz guter Fütterung, auffälliges Trinken und Harnen. Bei frisch importierten Pferden gehören Zahnkontrolle und Kotprobe an den Anfang, nicht ans Ende.

Wie wir im THZ an einen Mustang herangehen

Wir fangen nicht beim Produkt an. Wir fangen bei vier Fragen an: Wie lange ist das Pferd schon hier? Was frisst es tatsächlich, inklusive Heu über Nacht und Gras? Wie viele Stunden am Tag bewegt es sich? Und wie stabil ist die Gruppe, in der es steht?

Aus den Antworten ergibt sich die Reihenfolge. In der Ankunftsphase steht Ruhe vor jeder Optimierung – wir raten davon ab, in den ersten Wochen gleichzeitig Futter, Herde und Trainingskonzept zu ändern. Ist das Pferd angekommen, geht es um die Raufutterbasis und die Mineralversorgung. Ergänzungen kommen danach.

Was wir nicht tun: Wir behandeln einen Mustang als Sonderfall mit eigener Produktlinie. Er braucht dieselben Grundlagen wie jedes Pferd, nur konsequenter umgesetzt.

Beratung vor der Futterumstellung

Bevor Sie am Futter etwas ändern, sprechen Sie mit uns. Das kostenlose Erstgespräch dauert in der Regel zwanzig Minuten, danach wissen Sie, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen. Telefonisch: 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.

Häufige Fragen zum Mustang

Sind Mustangs echte Wildpferde?
Nein. Fachlich heißen sie feral, also verwildert: Sie stammen von domestizierten Pferden ab, vor allem von spanischen Importen ab dem 16. Jahrhundert, später ergänzt durch Ranch- und Arbeitspferde. Ein echtes Wildpferd ist das Przewalski-Pferd, das nie domestiziert war. Für die Haltung heißt das: keine Wildtier-Genetik, aber die Prägung vieler Generationen ohne Menschen.
Kann ich einen Mustang als Reitpferd nutzen?
Ja, nach strukturierter Gewöhnung und Ausbildung. Er bringt Trittsicherheit und Ausdauer mit, aber keine Prägung auf den Menschen aus den ersten Lebensjahren. Rechnen Sie mit deutlich mehr Zeit für die Grundlagen als bei einem hier aufgezogenen Pferd.
Braucht ein Mustang Hufeisen?
In den meisten Fällen nicht, die Hufqualität ist überdurchschnittlich. Der natürliche Abrieb auf Steinboden fehlt hier allerdings, deshalb braucht es eine engmaschige Bearbeitung. Die Entscheidung über einen Beschlag trifft Ihr Hufbearbeiter oder Hufschmied, nicht die Herkunft des Pferdes.
Wie füttere ich einen Mustang richtig?
Strukturreiches Raufutter als Basis, rund 1,5 Prozent der Körpermasse täglich, verteilt über möglichst viele Stunden. Dazu ein Mineralfutter ohne Getreideanteil. Kraftfutter braucht ein Freizeitmustang in aller Regel nicht. Den Weidegang steuern Sie über Tageszeit und Dauer.
Wie lange dauert die Eingewöhnung nach der Adoption?
Rechnen Sie in Monaten. Die ersten sechs bis acht Wochen sind reine Ankunftszeit – neues Wasser, neues Futter, neue Herde. In dieser Phase ändern wir bewusst so wenig wie möglich und schauen erst danach auf Optimierung.

Pferd angekommen, Fütterung unklar?

Manche Halter rufen an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich, im Gegenteil. Wenn niemand die Vorgeschichte eines Pferdes kennt, lohnt der Blick auf seine individuelle Belastungssituation. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" ist Ausgangspunkt für einen Begleitplan, mit persönlichem Gespräch und sechs Monaten Begleitung durch Tatjana Siebert und unser Beraterinnen-Team. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Lieber zuerst reden? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo wir bei Ihrem Mustang anfangen – telefonisch unter 05642 988 8826.

Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →
Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber entstand im Tierheilkundezentrum Nehls aus der täglichen Praxisarbeit – auf Grundlage von über 26 Jahren Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln – und wurde durch unser Beratungsteam mit unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert (VDT) redaktionell aufbereitet.

Im THZ Tierheilkundezentrum Nehls arbeiten wir Hand in Hand für das Wohl der Tiere: Während diese Veröffentlichungen auf der naturheilkundlichen Praxis unserer Tierheilpraktikerinnen beruhen, bringt Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) ihre tiermedizinische Expertise vor allem im Hintergrund ein. Ihr Schwerpunkt liegt in der wissenschaftlichen Mitarbeit an unseren Rezepturen sowie im internen Fachkonsil bei schwierigen Fragestellungen. Darüber hinaus begleitet sie die allgemeine Kundenbetreuung bei medizinischen Spezialfällen.

Zur Person:
Tatjana Siebert – Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin Knecht – Tierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig. Wissenschaftliche Mitarbeit an den THZ-Rezepturen, internes Fachkonsil.
Grundlage sind zwei Jahrzehnte praktische Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln in der Naturheilkunde.
Stand: 17. September 2026. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Wenn Sie reden wollen
Ihre Fragen zu Fütterung, Umstellung und Haltung beim Mustang beantworten Lara, Sabrina, Sina, Vanessa (angehende THP) und Tatjana (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT & zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere Paracelsus/TÜV) – kostenlos und ohne Kaufverpflichtung. Wir nehmen uns Zeit für Ihren Fall und sagen ehrlich, wann wir begleiten können und wann es der Tierarzt sein muss.
Auch wenn Sie skeptisch sind zur Naturheilkunde oder zur Bioresonanz – rufen Sie an: 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wir nehmen das nicht persönlich, im Gegenteil. Skeptische Halter sind oft die, die später unsere besten Geschichten erzählen.