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Kaltblut

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

Kaltblüter: Substanz, Stoffwechsel und Fütterung

Warum ein Pferdetyp, der auf Effizienz gezüchtet wurde, unter heutigen Bedingungen fast immer zu viel bekommt – über 26 Jahre Praxiserfahrung

Direkte Antwort: Was ist beim Kaltblut anders?

Kaltblüter wurden über Jahrhunderte auf Substanz, Zugkraft und Effizienz gezüchtet, nicht auf Tempo. Sie verwerten Raufutter gründlich, bewegen sich ruhiger und nehmen Energie sehr gut auf. Das war in der Feld- und Waldarbeit ein Vorteil. Auf einer gedüngten Weide, mit energiereichem Heu und deutlich weniger Arbeit, wird daraus ein Problem.

Dazu kommt die Substanz selbst. 700 bis über 1.000 kg wirken dauerhaft auf Gelenke, Sehnen und Hufe, und der Behang an den unteren Gliedmaßen verdeckt Veränderungen an der Haut, bis sie deutlich sind.

Aus unserer Erfahrung als Tierheilpraktiker heißt Kaltbluthaltung deshalb: rohfaserbetont füttern, Energie bewusst dosieren, täglich bewegen, den Behang regelmäßig hochnehmen. Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt. Wir ordnen ein, was in der Fütterung dazu passt.

Kurz zusammengefasst
  • Stockmaß meist 160 bis 175 cm, Gewicht häufig 700 bis über 1.000 kg – je nach Rasse, Typ und Nutzung.
  • Der häufigste Fehler aus unserer Sicht: Kaltblüter bekommen Rationen, die für Sportpferde gedacht sind. Ein Zuviel an Energie wirkt sich hier schneller aus als ein Zuwenig.
  • Die Reaktion auf Fütterungsänderungen kommt oft verzögert. Anpassungen wirken dafür nachhaltig – und sollten mit Bedacht erfolgen.
  • Der absolute Mineral- und Spurenelementbedarf steigt mit der Körpermasse, auch wenn die Energiemenge sinkt. Beides gehört getrennt betrachtet.
  • Was wir aus 26 Jahren Praxis sehen: Bewegungsmangel wirkt sich beim Kaltblut schneller aus als bei leichten Pferdetypen.
Womit begleiten? Erst die Lage, dann das Mittel

Wenn die Grundversorgung stehen soll. Für die tägliche Kräuterbasis geben wir die Nehls Kaltblut-Kräuter, eine reine Pflanzenmischung ohne synthetische Vitamine: in den ersten sechs Wochen 50 g täglich, danach 30 bis 40 g als Dauergabe. 2 kg decken die Einstiegsphase, 5 kg reichen in der Dauerfütterung rund vier bis fünf Monate. Als energiearme, getreide-, zucker- und stärkefreie Krippenfutter-Basis passt dazu das Nehls Stehfutter. Turnierkarenz der Kräuter: 48 Stunden – relevant auch bei Schauen und Zugprüfungen.

Wenn die Substanz auf den Bewegungsapparat drückt. Für die laufende Begleitung über die Fütterung gibt es die Nehls Lauf-Fit Pferde Kräuter, eine Drei-Kräuter-Mischung aus Weidenrinde, Ginkgo und Ingwer: mindestens sechs Wochen, für die Dauergabe geeignet. Wenn es um die Muskulatur geht, kommt Nehls Muskel-Stark dazu, in Belastungsphasen die flüssige Variante VetLine ReMove Rapid Pferd. Alle drei enthalten turnierrelevante Pflanzen – die Karenzangaben stehen auf der jeweiligen Produktseite.

Wenn Anweiden, Futterwechsel oder ein empfindlicher Magen das Thema sind. Für Übergangsphasen und sensible Verdauung geben wir Nehls Attis & Sunnys Magen & Darm Fit, zehn naturbelassene Kräuter: erste sechs Wochen 50 g täglich, danach 30 bis 40 g; für zwölf Wochen rechnen Sie mit rund 4 kg.

Wenn die Lage unklar ist. Schleichende Gewichtszunahme trotz reduzierter Ration, wiederkehrende Themen am Bewegungsapparat oder unter dem Behang, ein neu gekauftes Pferd ohne Vorgeschichte. Wo wir anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch, telefonisch unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei Lahmheit, deutlichem Übergewicht oder Hautveränderungen am Behang gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.

Woher der Kaltblüter kommt

Die Wurzeln der Kaltblutzucht sind eng mit der europäischen Landwirtschaft verbunden. Schon im Mittelalter wurden schwere Pferdetypen für Ackerbau, Transport und militärische Zwecke eingesetzt, und sie mussten vor allem eines leisten: zuverlässig arbeiten, auch unter schwierigen Bedingungen.

Mit der Professionalisierung der Landwirtschaft im 18. und 19. Jahrhundert entstanden strukturierte Zuchtprogramme und regionale Schläge: in Deutschland das Rheinisch-Deutsche und das Süddeutsche Kaltblut, in Österreich der Noriker, in Frankreich Ardenner und Percheron. Im 19. Jahrhundert erreichte die Zucht ihren Höhepunkt, selektiert wurde nach Zugleistung, Fundament und Charakter.

Mit der Mechanisierung im 20. Jahrhundert brachen die Bestände ein, viele Linien verschwanden oder wurden stark reduziert. Heute werden Kaltblüter bewusst erhalten – als Freizeit-, Fahr- und Arbeitspferde, in der Forstwirtschaft und in der Landschaftspflege.

Zucht, Typ und Einsatz heute

Die Kaltblutzucht unterscheidet sich grundlegend von der Warmblutzucht. Wo dort Veredelung und sportliche Leistung im Vordergrund stehen, geht es hier um Substanz, Stabilität und Funktionalität: tragfähiges Fundament, korrekte Gliedmaßenstellung, stabile Hufe, ruhiges Temperament. Weil viele Kaltblutrassen historisch aus kleinen Populationen stammen, gewinnt die genetische Vielfalt zunehmend an Bedeutung. Einzelne Vererber prägen die Entwicklung dabei weniger stark als regionale Linien.

Das Erscheinungsbild folgt der Funktion: ausgeprägte Muskulatur, breiter Brustkorb, kräftiger Hals, große Gelenke, ein Fundament, das auf Dauerbelastung ausgelegt ist. Der Behang an den unteren Gliedmaßen ist je nach Rasse unterschiedlich stark. Die Bewegung ist gleichmäßig und kraftvoll, nicht elegant.

Im Charakter gilt der Kaltblüter als ausgeglichen, nervenstark und menschenbezogen, dabei mit einer klaren Eigenständigkeit, die im Umgang berücksichtigt gehört. Eingesetzt wird er heute im Forst, wo er bodenschonend arbeitet, im Fahrsport im schweren Zug, in der Landschaftspflege und zunehmend im Freizeitbereich.

Warum die Ration fast immer zu üppig ist

Kaltblüter verwerten Futter sehr effizient: Energie wird gut aufgenommen und gespeichert. Im Praxisalltag fällt uns immer wieder auf, wie häufig sie trotzdem Rationen bekommen, die für Sportpferde gedacht sind. Besonders zucker- und stärkereiche Rationen werden nicht immer gut verarbeitet.

Die Zunahme geschieht schleichend und wird zunächst nicht als Problem wahrgenommen, weil ein schweres Pferd ohnehin massig wirkt. Innerhalb der Population gibt es dabei Unterschiede: Manche Tiere reagieren sehr fein auf jede Änderung im Futterangebot, andere zeigen etwas mehr Toleranz, bleiben aber effizient in der Energieverwertung.

Typisch ist außerdem eine verzögerte Reaktion auf Fütterungsänderungen. Wer heute umstellt, sieht das Ergebnis oft erst in einigen Wochen – ein Grund, Änderungen in Ruhe und einzeln vorzunehmen statt in Paketen.

Raufutter bildet die Grundlage, energiereiche Komponenten kommen gezielt und bedarfsgerecht dazu. Und ein Hinweis, der nicht ins Marketing passt: Weniger Energie heißt nicht weniger Mineralien. Der absolute Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen steigt mit der Körpermasse, gleichzeitig reagieren viele Kaltblüter empfindlich auf Ungleichgewichte. Was in Ihrem Fall dazugehört, besprechen wir im Erstgespräch.

Gewicht, Gelenke, Hufe und Behang

Durch die hohe Körpermasse wirken größere Kräfte auf Gelenke, Sehnen und Bänder. Belastungsbedingte Veränderungen entwickeln sich häufig schleichend und fallen im Alltag nicht sofort auf. Regelmäßige, angepasste Bewegung gehört deshalb zur Grundversorgung: Bewegungsmangel wirkt sich hier schneller aus als bei leichteren Pferden. Wer die Arbeit reduziert, muss die Ration mitreduzieren.

Die Hufe tragen dieselbe Last und reagieren empfindlich auf Untergrund, Bearbeitung und Fütterung. Unter dem Behang wiederum sammelt sich Feuchtigkeit und Schmutz, und was an der Haut passiert, sieht niemand, solange das Haar darüber liegt. Für schwere, behangreiche Rassen wird auch das chronisch progressive Lymphödem (CPL) beschrieben, das anfangs wie Mauke aussieht. Unser praktischer Rat: einmal pro Woche den Behang hochnehmen und die Fesselbeuge abtasten. Eine Falte, die sich neu anfühlt, gehört in die Tierarztpraxis.

Wann der Tierarzt dran ist und nicht die Fütterung Deutliches Übergewicht mit festem Mähnenkamm oder Fettpolstern. Fühliger Gang, warme Hufe oder deutlicher Puls an der Fesselbeuge. Neue Falten, Schwellungen oder nässende Stellen am Behang. Auffällige Fellentwicklung oder verzögerter Fellwechsel. Lahmheit, Steifheit oder Muskelverspannungen, die nach der Arbeit bleiben. Anhaltender Durchfall, Gewichtsverlust, wiederkehrende Koliken. In all diesen Fällen gehört Ihr Pferd untersucht, bei Verdacht auf EMS oder ECS/PPID mit Blutbild. Die Fütterung läuft dann parallel zur tierärztlichen Behandlung.

Wie wir im THZ an einen Kaltblüter herangehen

Unsere Kaltblut-Kräuter sind von Tierheilpraktikerin Nehls entwickelt und werden gemeinsam mit dem Beraterinnen-Team gepflegt – aus der laufenden Begleitung schwerer Pferde heraus, nicht aus einer allgemeinen Produktentwicklung. Attis & Sunnys Magen & Darm Fit trägt die Namen von zwei Haflingern, die sie vor dem Schlachttransport gerettet hat und die in Verdauungsphasen besonders fein reagierten.

Wir fangen trotzdem nicht beim Produkt an, sondern bei vier Fragen: Wie viele Stunden steht das Pferd auf der Weide, und auf welcher Fläche? Was steht auf der Zusammensetzung des Krippenfutters? Wie viel bewegt es sich täglich, und wie hat sich das im letzten Jahr verändert? Und wann wurde zuletzt das Gewicht eingeschätzt, mit Maßband statt mit Augenmaß?

Daraus ergibt sich die Reihenfolge. Meist ändern wir zuerst Raufutter, Krippenfutter und Bewegung und schauen vier Wochen später, was übrig geblieben ist. Beim Kaltblut planen wir dafür mehr Zeit ein als bei einem leichten Pferd, weil die Reaktion später kommt. Was wir nicht tun: fünf Produkte gleichzeitig empfehlen. Dann weiß hinterher niemand, was gewirkt hat.

Beratung vor der Futterumstellung

Bevor Sie am Futter etwas ändern, sprechen Sie mit uns. Das kostenlose Erstgespräch dauert in der Regel zwanzig Minuten, danach wissen Sie, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen. Telefonisch: 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.

Häufige Fragen zu Kaltblütern

Was zeichnet ein Kaltblutpferd aus?
Kaltblüter sind kräftige, massige Pferde mit hoher Zugkraft und ruhigem, ausgeglichenem Charakter, gezüchtet für schwere Arbeit. Stockmaß meist 160 bis 175 cm, Gewicht häufig 700 bis über 1.000 kg. Zu den bekanntesten Rassen zählen das Rheinisch-Deutsche und das Süddeutsche Kaltblut, der Noriker, der Ardenner und der Percheron.
Sind Kaltblüter leichtfuttrig?
Viele Kaltblüter verwerten Futter sehr effizient. Unter heutigen Haltungsbedingungen führt das bei energiereicher Fütterung schnell zu Gewichtszunahme. Eine rohfaserbetonte, maßvolle Ration ist deshalb entscheidend.
Welche Besonderheiten gibt es bei Haltung und Pflege?
Körpermasse und Behang bestimmen den Alltag: tägliche Bewegung, regelmäßige Hufbearbeitung und ein Blick unter den Behang. Untergrund und Feuchtigkeit beeinflussen das Hautmilieu an den unteren Gliedmaßen unmittelbar.
Wie schnell wirkt eine Futterumstellung beim Kaltblut?
Meist später als erwartet. Kaltblüter reagieren auf Fütterungsänderungen oft verzögert, dafür nachhaltig. Wir planen deshalb in Wochen, nicht in Tagen, und ändern einzeln statt alles gleichzeitig.
Wofür werden Kaltblüter heute eingesetzt?
Im Freizeitbereich, im Fahrsport, in der Forstwirtschaft und in der Landschaftspflege. In der Holzrückung werden sie geschätzt, weil sie bodenschonend arbeiten und auch dort einsetzbar sind, wo Maschinen an Grenzen stoßen.

Das Gewicht steigt – trotz reduzierter Ration?

Manche Halter rufen an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich, im Gegenteil. Wenn Sie an der Fütterung schon alles geändert haben und trotzdem im Kreis laufen, lohnt der Blick auf die individuelle Belastungssituation Ihres Pferdes. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" ist Ausgangspunkt für einen Begleitplan, mit persönlichem Gespräch und sechs Monaten Begleitung durch Tatjana Siebert und unser Beraterinnen-Team. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Lieber zuerst reden? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo wir bei Ihrem Kaltblüter anfangen – telefonisch unter 05642 988 8826.

Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →
Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber entstand im Tierheilkundezentrum Nehls aus der täglichen Praxisarbeit – auf Grundlage von über 26 Jahren Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln – und wurde durch unser Beratungsteam mit unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert (VDT) redaktionell aufbereitet.

Im THZ Tierheilkundezentrum Nehls arbeiten wir Hand in Hand für das Wohl der Tiere: Während diese Veröffentlichungen auf der naturheilkundlichen Praxis unserer Tierheilpraktikerinnen beruhen, bringt Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) ihre tiermedizinische Expertise vor allem im Hintergrund ein. Ihr Schwerpunkt liegt in der wissenschaftlichen Mitarbeit an unseren Rezepturen sowie im internen Fachkonsil bei schwierigen Fragestellungen. Darüber hinaus begleitet sie die allgemeine Kundenbetreuung bei medizinischen Spezialfällen.

Zur Person:
Tatjana Siebert – Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin Knecht – Tierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig. Wissenschaftliche Mitarbeit an den THZ-Rezepturen, internes Fachkonsil.
Grundlage sind zwei Jahrzehnte praktische Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln in der Naturheilkunde.
Stand: 17. September 2026. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Wenn Sie reden wollen
Ihre Fragen zu Fütterung, Gewicht und Haltung beim Kaltblut beantworten Lara, Sabrina, Sina, Vanessa (angehende THP) und Tatjana (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT & zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere Paracelsus/TÜV) – kostenlos und ohne Kaufverpflichtung. Wir nehmen uns Zeit für Ihren Fall und sagen ehrlich, wann wir begleiten können und wann es der Tierarzt sein muss.
Auch wenn Sie skeptisch sind zur Naturheilkunde oder zur Bioresonanz – rufen Sie an: 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wir nehmen das nicht persönlich, im Gegenteil. Skeptische Halter sind oft die, die später unsere besten Geschichten erzählen.