Insekten, Parasiten und Plagegeister auf der Weide und im Stall
Ungebetene Gäste das ganze Jahr – kennen, erkennen, vorbeugen, begleiten.
Milben, Zecken, Bremsen, Haarlinge, Läuse, Kriebelmücken und Gnitzen – sie alle sind in unterschiedlichen Jahreszeiten aktiv und können Juckreiz, Hautentzündungen, Haarausfall und im schlimmsten Fall ernsthafte Krankheiten verursachen. Entscheidend ist: Vorbeugung schlägt Reaktion. Naturbelassener äußerer Schutz kombiniert mit innerer Fütterungsbegleitung macht die Haut des Pferdes für Parasiten weniger attraktiv.
- Parasiten und stechende Insekten begleiten das Pferdejahr das ganze Jahr – Sommer wie Winter.
- Gnitzen und Kriebelmücken sind die Hauptauslöser des Sommerekzems – nur sensibilisierte Pferde reagieren mit überschießenden Hautreaktionen.
- Zecken können Borreliose und Anaplasmose übertragen – regelmäßiges Absuchen lohnt sich.
- Im Winter werden Haarlinge, Läuse und Milben aktiv – feuchte, beengte Stallungen begünstigen den Befall.
- Räude (durch Räudemilben) ist anzeigepflichtig und gehört tierärztlich behandelt.
- Vorbeugung hat zwei Säulen: äußerer Schutz (Decken, Sprays, Öle) und innere Begleitung über die Fütterung.
Wenn die Sonne strahlt und die Wiesen in voller Blüte stehen, schlüpfen nicht nur Schmetterlinge hervor. Auch zahlreiche ungebetene Gäste machen sich auf den Weg zu unseren Pferden. Die warmen Monate können für unsere Vierbeiner eine Zeit voller Unbehagen sein – Parasiten verursachen nicht nur Juckreiz, sondern auch ernsthafte Folgen. Aber auch im Herbst und Winter werden bestimmte Ektoparasiten aktiv. Hier ein Überblick über die häufigsten Plagegeister – und was sich aus 26 Jahren Praxis als sinnvoll erwiesen hat.
Die Parasiten der warmen Jahreszeit
Diese kleinen Blutsauger sind die Hauptauslöser des Sommerekzems beim Pferd. Nur die befruchteten Weibchen stechen – ihr Speichel enthält Proteine, auf die sensibilisierte Pferde mit einer überschießenden Immunreaktion reagieren. Gnitzen sind besonders in der Dämmerung und bei Windstille aktiv, in der Nähe stehender Gewässer. Kriebelmücken bevorzugen fließendes Wasser als Brutgebiet und sind auch tagsüber zu finden.
Entstehen Quaddeln, scheuert das Pferd sich, reiben sich kahle Stellen – dann gilt es, den individuellen Ursachen auf den Grund zu gehen. Mehr dazu im Sommerekzem-Pillar.
→ Ausführlich: Sommerekzem beim Pferd – Ursachen & was wirklich hilft
Bremsen sind von Mai bis September aktiv. Ihre schmerzhaften Stiche hinterlassen brennende Wunden – die weiblichen Bremsen brauchen Blut, um ihre Eier zu legen. Sie bevorzugen Körperstellen, an die das Pferd mit dem Schweif nicht herankommt: Bauchnaht, Unterbauch, Beine, Brust. In Panik kann ein gestochenes Pferd wild werden und sich verletzen. Bei stark befallenen Tieren besteht zudem das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern.
Blutsaugende Spinnentiere und Meister der Tarnung. Nach dem Festbeißen können sie ernsthafte Krankheiten wie Borreliose und Anaplasmose übertragen. Sie schwellen nach dem Saugen bis zur Größe einer Kaffeebohne an. Regelmäßiges Absuchen besonders gefährdeter Stellen (Achseln, Leiste, Ohren, Mähnenansatz, Schweifrübe) ist wichtig. Die Übertragungsrisiken steigen bei längerer Saugzeit – daher: frühe Entdeckung, frühes Entfernen.
→ Ausführlich: Borreliose beim Pferd
Diese winzigen, rot behaarten Larven tauchen im Spätsommer auf und suchen sich einen Wirt. Sie versammeln sich in Gruppen und verursachen intensiven Juckreiz, der schnell zu offenen Wunden und Entzündungen führen kann. Typische Befallsstellen: Fesseln, Beine, Unterbauch.
Mit ihrem bienenähnlichen Aussehen sind diese Fliegen zwar faszinierend, aber ihre Larven können im Maul und Magen-Darm-Trakt erhebliche Reizungen und gesundheitliche Probleme verursachen. Die Weibchen legen ihre Eier am Pferdefell ab – beim Lecken gelangen die Larven in den Mund und wandern weiter in den Verdauungstrakt.
Diese „fliegenden Zecken" greifen Pferde direkt an und sorgen für schmerzhafte Bisse, die selbst ruhige Tiere in Panik versetzen können. Sie sind besonders im Herbst aktiv, wenn ihre üblichen Wirtstiere (Reh, Hirsch) abwandern oder sich verstecken.
Die Parasiten der kalten Jahreszeit
Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, suchen Haarlinge und Läuse Schutz im dichten Winterfell unserer Pferde. Beide unterscheiden sich: Die Sauglaus stiehlt Blut, der Haarling begnügt sich mit Hautschuppen. Beide können sich rasant vermehren – bis zu 150 Eier legt ein Weibchen pro Monat.
Feuchte, beengte Stallungen bieten ideale Bedingungen. Geschwächte oder stoffwechselbelastete Pferde sind besonders anfällig. Die ersten Anzeichen: Unruhe, häufiges Kratzen, Scheuerstellen und kahle Stellen im Fell. Sekundärinfektionen durch Bakterien können folgen.
Praktische Entdeckung: Bürste über einem weißen Tuch ausklopfen – lichtbraune Parasiten und Nissen werden sichtbar. Regelmäßiges Bürsten hilft, ein gezieltes Vorgehen ist zusätzlich notwendig. Auch Stall, Ausrüstung und Putzzeug sollten gereinigt werden, um Reinfektion zu verhindern.
Milben sind ganzjährig aktiv – mit mehr als 50.000 Unterarten sind sie wahre Überlebenskünstler. Die Übertragung erfolgt über andere Pferde, aber auch durch Vögel. Symptome: quälender Juckreiz, Schuppen, Glanzverlust des Fells, Krusten, gerötete Stellen, Haarausfall. Bei starkem Befall drohen Sekundärinfektionen, Mauke und Pilzbefall.
Wichtig: Die Räude – verursacht durch Räudemilben (Sarcoptes, Psoroptes, Chorioptes) – ist von anderen Milbenformen zu unterscheiden, in Deutschland anzeigepflichtig und muss tierärztlich behandelt werden. Bei Verdacht: zügig zum Tierarzt.
Vorbeugung – was Sie für Ihr Pferd tun können
Proaktives Handeln schützt besser als reaktive Begleitung. Diese Maßnahmen haben sich aus unserer Praxis bewährt:
- Sauberkeit im Stall und auf der Weide: Regelmäßiges Entmisten, saubere Futter- und Trinkstationen – das reduziert die Anziehungskraft für Insekten erheblich.
- Äußerer Schutz: Fliegenschutzdecken und naturbelassene Insektensprays halten Bremsen, Gnitzen und Co. auf Abstand.
- Innere Begleitung über die Fütterung: Was das Pferd frisst, beeinflusst die Attraktivität seiner Haut für Insekten. Naturbelassene Kräuter begleiten den Hautstoffwechsel von innen.
- Regelmäßige Kontrolle: Tägliches Putzen und Absuchen – besonders Achseln, Leiste, Ohren und Mähnenansatz. Früh erkennen bedeutet früh handeln.
- Weidemanagement: Trockene, windexponierte Weiden mit Abstand zu stehenden Gewässern reduzieren den Insektendruck erheblich. Bei Gnitzen-empfindlichen Pferden Gewässernähe meiden.
- Zeitliche Anpassung: Hauptflugzeiten der Gnitzen (Dämmerung) meiden, Pferd tagsüber raus (zwischen 9 und 16 Uhr ist die Belastung oft geringer).
Wenn trotz Schutzmaßnahmen eine Kriebelmücke oder Gnitze sticht und das Pferd sich scheuert, Quaddeln entstehen oder kahle Stellen erscheinen, kann ein Sommerekzem dahinterstecken. Das Sommerekzem ist keine normale Reaktion auf Insektenstiche – es ist eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Insektenspeichel. Wichtig: Wir sprechen hier von Regulation, nicht von Stärkung des Immunsystems – Immunstimulation ist beim Sommerekzem kontraproduktiv.
→ Alles zum Sommerekzem beim Pferd – Ursachen, Symptome, Begleitung
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Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →Häufige Fragen zu Parasiten und Insekten beim Pferd
- → Sommerekzem beim Pferd – Ursachen & was wirklich hilft (Pillar)
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