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Insekten, Parasiten und Plagegeister auf der Weide und im Stall

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

Insekten, Parasiten und Plagegeister auf der Weide und im Stall

Ungebetene Gäste das ganze Jahr – kennen, erkennen, vorbeugen, begleiten.

Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber entstand im Tierheilkundezentrum Nehls aus der täglichen Praxisarbeit – auf Grundlage von über 26 Jahren Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln und wurde durch unser Beratungsteam mit unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert (VDT) redaktionell aufbereitet.
Im THZ Tierheilkundezentrum Nehls arbeiten wir Hand in Hand für das Wohl der Tiere: Während diese Veröffentlichungen auf der naturheilkundlichen Praxis unserer Tierheilpraktikerinnen beruhen, bringt Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) ihre tiermedizinische Expertise vor allem im Hintergrund ein. Ihr Schwerpunkt liegt in der wissenschaftlichen Mitarbeit an unseren Rezepturen sowie im internen Fachkonsil bei schwierigen Fragestellungen. Darüber hinaus begleitet sie die allgemeine Kundenbetreuung bei medizinischen Spezialfällen.
Zur Person:
Tatjana SiebertGeprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin KnechtTierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig. Wissenschaftliche Mitarbeit an den THZ-Rezepturen, internes Fachkonsil.
Grundlage sind zwei Jahrzehnte praktische Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln in der Naturheilkunde.
Stand: 16. Juni 2026. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Direkte Antwort: Was sind die häufigsten Parasiten beim Pferd?

Milben, Zecken, Bremsen, Haarlinge, Läuse, Kriebelmücken und Gnitzen – sie alle sind in unterschiedlichen Jahreszeiten aktiv und können Juckreiz, Hautentzündungen, Haarausfall und im schlimmsten Fall ernsthafte Krankheiten verursachen. Entscheidend ist: Vorbeugung schlägt Reaktion. Naturbelassener äußerer Schutz kombiniert mit innerer Fütterungsbegleitung macht die Haut des Pferdes für Parasiten weniger attraktiv.

Auf einen Blick
  • Parasiten und stechende Insekten begleiten das Pferdejahr das ganze Jahr – Sommer wie Winter.
  • Gnitzen und Kriebelmücken sind die Hauptauslöser des Sommerekzems – nur sensibilisierte Pferde reagieren mit überschießenden Hautreaktionen.
  • Zecken können Borreliose und Anaplasmose übertragen – regelmäßiges Absuchen lohnt sich.
  • Im Winter werden Haarlinge, Läuse und Milben aktiv – feuchte, beengte Stallungen begünstigen den Befall.
  • Räude (durch Räudemilben) ist anzeigepflichtig und gehört tierärztlich behandelt.
  • Vorbeugung hat zwei Säulen: äußerer Schutz (Decken, Sprays, Öle) und innere Begleitung über die Fütterung.

Wenn die Sonne strahlt und die Wiesen in voller Blüte stehen, schlüpfen nicht nur Schmetterlinge hervor. Auch zahlreiche ungebetene Gäste machen sich auf den Weg zu unseren Pferden. Die warmen Monate können für unsere Vierbeiner eine Zeit voller Unbehagen sein – Parasiten verursachen nicht nur Juckreiz, sondern auch ernsthafte Folgen. Aber auch im Herbst und Winter werden bestimmte Ektoparasiten aktiv. Hier ein Überblick über die häufigsten Plagegeister – und was sich aus 26 Jahren Praxis als sinnvoll erwiesen hat.

Die Parasiten der warmen Jahreszeit

Gnitzen (Culicoides) und Kriebelmücken (Simuliidae) – Auslöser des Sommerekzems

Diese kleinen Blutsauger sind die Hauptauslöser des Sommerekzems beim Pferd. Nur die befruchteten Weibchen stechen – ihr Speichel enthält Proteine, auf die sensibilisierte Pferde mit einer überschießenden Immunreaktion reagieren. Gnitzen sind besonders in der Dämmerung und bei Windstille aktiv, in der Nähe stehender Gewässer. Kriebelmücken bevorzugen fließendes Wasser als Brutgebiet und sind auch tagsüber zu finden.

Entstehen Quaddeln, scheuert das Pferd sich, reiben sich kahle Stellen – dann gilt es, den individuellen Ursachen auf den Grund zu gehen. Mehr dazu im Sommerekzem-Pillar.

→ Ausführlich: Sommerekzem beim Pferd – Ursachen & was wirklich hilft

Bremsen (Tabanidae)

Bremsen sind von Mai bis September aktiv. Ihre schmerzhaften Stiche hinterlassen brennende Wunden – die weiblichen Bremsen brauchen Blut, um ihre Eier zu legen. Sie bevorzugen Körperstellen, an die das Pferd mit dem Schweif nicht herankommt: Bauchnaht, Unterbauch, Beine, Brust. In Panik kann ein gestochenes Pferd wild werden und sich verletzen. Bei stark befallenen Tieren besteht zudem das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern.

Zecken (Ixodida)

Blutsaugende Spinnentiere und Meister der Tarnung. Nach dem Festbeißen können sie ernsthafte Krankheiten wie Borreliose und Anaplasmose übertragen. Sie schwellen nach dem Saugen bis zur Größe einer Kaffeebohne an. Regelmäßiges Absuchen besonders gefährdeter Stellen (Achseln, Leiste, Ohren, Mähnenansatz, Schweifrübe) ist wichtig. Die Übertragungsrisiken steigen bei längerer Saugzeit – daher: frühe Entdeckung, frühes Entfernen.

→ Ausführlich: Borreliose beim Pferd

Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis)

Diese winzigen, rot behaarten Larven tauchen im Spätsommer auf und suchen sich einen Wirt. Sie versammeln sich in Gruppen und verursachen intensiven Juckreiz, der schnell zu offenen Wunden und Entzündungen führen kann. Typische Befallsstellen: Fesseln, Beine, Unterbauch.

Dasselfliegen (Oestridae)

Mit ihrem bienenähnlichen Aussehen sind diese Fliegen zwar faszinierend, aber ihre Larven können im Maul und Magen-Darm-Trakt erhebliche Reizungen und gesundheitliche Probleme verursachen. Die Weibchen legen ihre Eier am Pferdefell ab – beim Lecken gelangen die Larven in den Mund und wandern weiter in den Verdauungstrakt.

Hirschlausfliegen (Lipoptena cervi)

Diese „fliegenden Zecken" greifen Pferde direkt an und sorgen für schmerzhafte Bisse, die selbst ruhige Tiere in Panik versetzen können. Sie sind besonders im Herbst aktiv, wenn ihre üblichen Wirtstiere (Reh, Hirsch) abwandern oder sich verstecken.

Die Parasiten der kalten Jahreszeit

Haarlinge (Mallophaga) und Läuse

Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, suchen Haarlinge und Läuse Schutz im dichten Winterfell unserer Pferde. Beide unterscheiden sich: Die Sauglaus stiehlt Blut, der Haarling begnügt sich mit Hautschuppen. Beide können sich rasant vermehren – bis zu 150 Eier legt ein Weibchen pro Monat.

Feuchte, beengte Stallungen bieten ideale Bedingungen. Geschwächte oder stoffwechselbelastete Pferde sind besonders anfällig. Die ersten Anzeichen: Unruhe, häufiges Kratzen, Scheuerstellen und kahle Stellen im Fell. Sekundärinfektionen durch Bakterien können folgen.

Praktische Entdeckung: Bürste über einem weißen Tuch ausklopfen – lichtbraune Parasiten und Nissen werden sichtbar. Regelmäßiges Bürsten hilft, ein gezieltes Vorgehen ist zusätzlich notwendig. Auch Stall, Ausrüstung und Putzzeug sollten gereinigt werden, um Reinfektion zu verhindern.

Milben

Milben sind ganzjährig aktiv – mit mehr als 50.000 Unterarten sind sie wahre Überlebenskünstler. Die Übertragung erfolgt über andere Pferde, aber auch durch Vögel. Symptome: quälender Juckreiz, Schuppen, Glanzverlust des Fells, Krusten, gerötete Stellen, Haarausfall. Bei starkem Befall drohen Sekundärinfektionen, Mauke und Pilzbefall.

Wichtig: Die Räude – verursacht durch Räudemilben (Sarcoptes, Psoroptes, Chorioptes) – ist von anderen Milbenformen zu unterscheiden, in Deutschland anzeigepflichtig und muss tierärztlich behandelt werden. Bei Verdacht: zügig zum Tierarzt.

Vorbeugung – was Sie für Ihr Pferd tun können

Proaktives Handeln schützt besser als reaktive Begleitung. Diese Maßnahmen haben sich aus unserer Praxis bewährt:

  • Sauberkeit im Stall und auf der Weide: Regelmäßiges Entmisten, saubere Futter- und Trinkstationen – das reduziert die Anziehungskraft für Insekten erheblich.
  • Äußerer Schutz: Fliegenschutzdecken und naturbelassene Insektensprays halten Bremsen, Gnitzen und Co. auf Abstand.
  • Innere Begleitung über die Fütterung: Was das Pferd frisst, beeinflusst die Attraktivität seiner Haut für Insekten. Naturbelassene Kräuter begleiten den Hautstoffwechsel von innen.
  • Regelmäßige Kontrolle: Tägliches Putzen und Absuchen – besonders Achseln, Leiste, Ohren und Mähnenansatz. Früh erkennen bedeutet früh handeln.
  • Weidemanagement: Trockene, windexponierte Weiden mit Abstand zu stehenden Gewässern reduzieren den Insektendruck erheblich. Bei Gnitzen-empfindlichen Pferden Gewässernähe meiden.
  • Zeitliche Anpassung: Hauptflugzeiten der Gnitzen (Dämmerung) meiden, Pferd tagsüber raus (zwischen 9 und 16 Uhr ist die Belastung oft geringer).
Sommerekzem – wenn der Insektenstich zur Allergie wird

Wenn trotz Schutzmaßnahmen eine Kriebelmücke oder Gnitze sticht und das Pferd sich scheuert, Quaddeln entstehen oder kahle Stellen erscheinen, kann ein Sommerekzem dahinterstecken. Das Sommerekzem ist keine normale Reaktion auf Insektenstiche – es ist eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Insektenspeichel. Wichtig: Wir sprechen hier von Regulation, nicht von Stärkung des Immunsystems – Immunstimulation ist beim Sommerekzem kontraproduktiv.

Alles zum Sommerekzem beim Pferd – Ursachen, Symptome, Begleitung

Empfehlung von Tatjana Siebert, Tierheilpraktikerin

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Wenn Insektenstiche zur Überreaktion werden

Juckreiz, Scheuern, Quaddeln – hinter wiederholten Hautreaktionen stecken oft individuelle Ursachen im Organismus. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" macht individuelle Belastungsfelder im Stoffwechsel, Mineralstoffhaushalt und in der Organfunktion sichtbar – Grundlage für unseren individuellen Fütterungs-Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

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Häufige Fragen zu Parasiten und Insekten beim Pferd

Welche Parasiten sind beim Pferd am häufigsten?
Im Sommer dominieren Gnitzen, Kriebelmücken, Bremsen, Zecken und Herbstgrasmilben. Im Winter werden Haarlinge, Läuse und Milben aktiv. Räudemilben sind ganzjährig ein Thema und anzeigepflichtig. Welche Plagegeister Sie konkret im Stall haben, hängt stark von Standort (Gewässernähe), Weideart, Stallklima und der individuellen Empfindlichkeit Ihres Pferdes ab.
Wie schütze ich mein Pferd vor Zecken?
Tägliches Absuchen ist der wichtigste Baustein – besonders an den klassischen Stellen Achseln, Leiste, Ohren, Mähnenansatz und Schweifrübe. Ergänzend helfen naturbelassene Sprays und Öle. Bei festgebissenen Zecken nicht abreißen, sondern mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange vorsichtig herausdrehen. Die Übertragungsrisiken (Borreliose, Anaplasmose) steigen mit der Saugzeit – frühe Entdeckung ist entscheidend.
Wie erkenne ich Haarlinge oder Läuse beim Pferd?
Erste Anzeichen sind Unruhe, häufiges Kratzen, Scheuerstellen und kahle Stellen im Fell. Praktischer Test: Bürste das Pferd intensiv über einem weißen Tuch oder Stück Papier – lichtbraune Parasiten und Nissen werden dabei sichtbar. Besonders im Winterfell und an Mähnenansatz, Schweifrübe und Halsunterseite genau hinschauen.
Was hat das Sommerekzem mit Insekten zu tun?
Das Sommerekzem ist eine allergische Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Speichel stechender Insekten – vor allem von Gnitzen und Kriebelmücken. Die Insektenstiche sind also der Auslöser, nicht die Ursache. Die eigentliche Ursache liegt in der individuellen Empfindlichkeit des Pferdes. Eine ausführliche Erklärung finden Sie im Sommerekzem-Pillar.
Was tun bei Verdacht auf Räude?
Räude ist in Deutschland anzeigepflichtig und gehört zwingend in tierärztliche Hände. Symptome sind quälender Juckreiz, Krustenbildung, kahle Stellen und teils massive Hautveränderungen. Bei Verdacht: zügig zum Tierarzt, das Pferd vom Bestand isolieren, alle Kontakttiere mit untersuchen lassen. Andere Milbenformen (z. B. Herbstgrasmilben) sind nicht anzeigepflichtig, brauchen aber ebenfalls gezieltes Vorgehen.
Helfen Knoblauch und Schwarzkümmelöl?
Beide werden in der Hobby-Szene gerne empfohlen. Knoblauch ist allerdings beim Pferd nicht unproblematisch – größere Mengen können die roten Blutkörperchen schädigen. Schwarzkümmelöl ist in der traditionellen Pflanzenkunde bekannt, aber kein Wundermittel. Aus unserer Praxis: Naturbelassene Kombinationen aus mehreren Kräutern und Pflanzen sind dem Einzelmittel-Ansatz meist überlegen.
Wann ist ein Insektenspray sinnvoll?
Vor allem in der Hauptinsektensaison (April bis Oktober), vor dem Auf-die-Weide-Gehen und nach längerem Schwitzen. Naturbelassene Sprays sind hautfreundlicher als chemische und können regelmäßig eingesetzt werden. Wichtig: Spray-Anwendung allein reicht selten – Kombination aus Spray, Öl, Decke und Innen-Begleitung wirkt deutlich besser als jede Einzelmaßnahme.
Kann die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" bei Insekten- und Parasitenthemen helfen?
Sie ersetzt nicht die tierärztliche Diagnose und sie vertreibt keine Insekten. Was sie aber kann: Sie macht individuelle Belastungsfelder im Hautstoffwechsel sichtbar – Mineralstoffhaushalt, Leber- und Stoffwechselbelastung, Allergiebereitschaft. Auf dieser Basis entwickeln wir einen individuellen Fütterungs-Begleitplan. Besonders sinnvoll bei wiederkehrenden Hautthemen, Sommerekzem-Verdacht oder allgemeiner Insektenüberempfindlichkeit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest.)
Persönliche Beratung
Unser Beratungsteam mit Lara, Sabrina, Sina, Vanessa (angehende THP) und Tatjana (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT & zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere Paracelsus/TÜV) beantworten Ihre/Eure Fragen zu Parasiten, Insektenschutz, Fütterungsbegleitung und zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse".
Wir sind für Sie da, als Beraterteam rund um Ihr Tier und die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse".