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Hufrehe – mehr als Zucker und Gras

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Fachartikel Pferd

Hufrehe – mehr als Zucker und Gras

Was hinter chronischer Hufrehe wirklich steckt – und warum der Darm, die Leber und das falsche Supplement eine Rolle spielen.

Lesezeit: ca. 7 Minuten · Für informierte Pferdebesitzerinnen und -besitzer

Direkte Antwort: Warum kommt Hufrehe trotz Diät immer wieder?

Gras, Zucker und Insulinresistenz sind die unmittelbaren Auslöser, nicht die Ursache. Den Lamellen im Huf schadet vor allem ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel: Über den Wachstumsfaktor IGF-1 lockert er die Zellanker, die das Hufbein in der Hornkapsel halten. Warum Insulin dauerhaft steigt, entscheidet sich an drei Stellen, die in der üblichen Diskussion kaum vorkommen: im Hinterdarm, in der Leber und bei hochdosierten isolierten Antioxidantien im Futter.

Kurz zusammengefasst
  • Das Lamellengewebe nimmt Glukose vorwiegend insulinunabhängig auf. Nicht der Zucker schädigt den Huf, sondern chronisch erhöhtes Insulin über den IGF-1-Mechanismus.
  • Klinische Hufrehe kann auftreten, lange bevor das Hufbein sichtbar abgesunken ist.
  • Ein gestörter Hinterdarm bildet zu wenig Butyrat und schickt bakterielle LPS in die Leber – beides treibt den Insulinspiegel nach oben.
  • Hochdosierte isolierte Antioxidantien können das Trainingssignal blockieren, das die Insulinsensitivität wiederherstellt.
  • Wer nur das Gras wegnimmt, setzt am Ende der Kette an. Dauerhafte Stabilisierung braucht Darm, Leber und die richtige Mineralstoffversorgung zusammen.
Womit begleiten? Erst die Lage, dann das Mittel

Wenn Ihr Pferd gerade einen akuten Schub hat. Erst Tierarzt. Danach setzen wir fütterungsseitig beim Stoffwechsel an – Kern ist das Metabo Rapid Duo Aktiv. Was wir dazu zusammenstellen, steht in der Akut-Zusammenstellung unseres Hufrehe-Ratgebers.

Wenn die Rehe immer wiederkommt – trotz Diät. Dann setzen wir an der Basis an, die dieser Artikel beschreibt: Darm und Mineralstoffversorgung. Der Einstieg ist das VetLine Starter-Set Pferd, ein fertiges 6-Wochen-Programm. Wo wir bei Ihrem Pferd anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – telefonisch unter 05642 988 8826.

Wenn Sie wissen wollen, wo es bei Ihrem Pferd hakt. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" ist für uns der Ausgangspunkt für einen individuellen Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.

Die Standarderklärung für Hufrehe lautet: zu viel Gras, zu viel Zucker, Insulinresistenz. Das ist nicht falsch – aber es beschreibt die unmittelbaren Auslöser, nicht die Ursache. Wer Hufrehe dauerhaft in den Griff bekommen möchte, muss eine Ebene tiefer schauen.

Dieser Text erklärt, was im Huf tatsächlich passiert, warum der Insulinspiegel überhaupt dauerhaft aus dem Gleichgewicht gerät – und welche Rolle drei Faktoren spielen, die in der üblichen Diskussion kaum vorkommen: der Hinterdarm, die Leber und isolierte Antioxidantien.

Was im Huf tatsächlich passiert

Das Lamellargewebe im Huf – das Gewebe, das das Hufbein innerhalb der Hufkapsel aufhängt – hat eine Eigenschaft, die viele überrascht: Es nimmt Glukose vorwiegend insulinunabhängig auf. Das bedeutet: Insulinresistenz allein kann keine Hufrehe durch Nährstoffmangel in den Lamellen erklären.

Was chronisch erhöhtes Insulin aber tut, ist ein anderer Mechanismus. Über den Wachstumsfaktor IGF-1 stimuliert es dauerhaft erhöhte Zellteilung in den Lamellenepithelzellen. Und hier liegt das Problem:

Der IGF-1-Mechanismus

Bei jeder Zellteilung müssen die Hemidesmosomen – die molekularen Anker, die die Zellen an der Basalmembran befestigen – kurzzeitig gelöst werden. Unter physiologischen Bedingungen bilden sie sich sofort neu aus.

Bei chronisch erhöhtem Insulinspiegel laufen Zellteilungen dauerhaft auf erhöhtem Niveau. Die Anker kommen nicht mehr zur Ruhe. In Gewebeuntersuchungen war ihre Zahl bei betroffenen Pferden deutlich reduziert (Nourian et al. 2009).

Klinische Hufrehe – mit Lahmheit, erhöhtem Digitalpuls und Schmerzreaktion – kann also auftreten, lange bevor das Hufbein sichtbar abgesunken ist. Strukturelles Versagen ist eine mögliche Spätfolge, nicht die Voraussetzung für die Diagnose.

Warum ist Insulin dauerhaft erhöht?

Chronische Hyperinsulinämie entsteht nicht durch ein einzelnes Problem, sondern durch mehrere sich gegenseitig verstärkende Faktoren. Drei davon werden in der üblichen Diskussion kaum erwähnt.

Der Hinterdarm – unterschätzter Taktgeber des Insulinstoffwechsels

Das Pferd ist ein Hindgut-Fermentierer. Bis zu 70 % seiner Energie stammen nicht aus Glukose, sondern aus kurzkettigen Fettsäuren – Acetat, Propionat und Butyrat –, die Bakterien im Blind- und Dickdarm aus Strukturkohlenhydraten fermentieren. Butyrat aktiviert dabei über den GPR109A-Rezeptor Insulinsensitivierungsmechanismen und schützt die Darmwand. Propionat ist die wichtigste Vorstufe für die Glukoneogenese in der Leber.

Wenn das Mikrobiom gestört ist – durch Pestizidexposition, zu viel Stärke oder Antibiotika – sinkt die Butyratproduktion. Gleichzeitig wird die Darmwand durchlässig: Bakterielle Lipopolysaccharide (LPS) gelangen ins Pfortaderblut und lösen in der Leber über den TLR4-Signalweg eine Insulinresistenz aus – durch Serinphosphorylierung des Insulinrezeptorsubstrats IRS-1. Beim Menschen ist dieser Mechanismus gut beschrieben. Beim Pferd sprechen zunehmend Befunde für eine ähnliche Rolle – im Detail ist er dort noch nicht vollständig geklärt.

Der Zusammenhang

Kurz gesagt: Ein gestörter Hinterdarm produziert zu wenig Butyrat – und schickt gleichzeitig Stoffe in die Leber, die dort Insulinresistenz auslösen. Beides zusammen treibt den Insulinspiegel dauerhaft nach oben.

Die Leber – wenn die Syntheseleistung zusammenbricht

Die Leber des Pferdes ist nicht nur Entgiftungsorgan, sondern auch zentrale Produktionsstätte: Sie wandelt Propionat aus dem Hinterdarm in Glukose um (Gluconeogenese), synthetisiert nicht-essentielle Aminosäuren über die GDH-Reaktion und reguliert den Insulinstoffwechsel. Wenn sie durch LPS-Dauerbeschuss, Glyphosat-Exposition und hochdosierte anorganische Mineralien chronisch überlastet ist, bricht diese Syntheseleistung zusammen – und mit ihr die Fähigkeit, Blutzucker und Insulin stabil zu halten.

Wichtiger Hinweis

Kein Aminosäure- oder Proteinpräparat kann diesen Engpass beheben – weil der Syntheseweg blockiert ist, nicht weil der Rohstoff fehlt. Solange Mikrobiom und Leberfunktion nicht adressiert werden, bleibt Supplementation wirkungslos.

Isolierte Antioxidantien – das blockierte Signal

Training erzeugt physiologisch kontrollierte reaktive Sauerstoffspezies (ROS). Diese ROS sind keine bloßen Abfallprodukte – sie aktivieren zwei entscheidende Signalwege: AMPK, das die Insulinsensitivierung nach Belastung steuert, und Nrf2, den Masterregulator der körpereigenen Antioxidansantwort.

Hochdosierte isolierte antioxidative Stoffe wie Vitamin E und C oder Beta-Carotin blockieren diese Signalradikale unterschiedslos. Das Pferd trainiert – aber der Körper hört die Botschaft nicht. Die Insulinsensitivität wird nicht wiederhergestellt. Der Körper kompensiert mit dauerhaft erhöhter Insulinsekretion.

Der Unterschied – Natürliche Antioxidantien mit Begleitstoffen und freisetzungsmodulierender Struktur

Antioxidantien, die in ihrer natürlichen Matrix vorliegen – im Weidegras, in Kräutern, in Pflanzenextrakten mit intaktem Wirkstoffspektrum – zeigen ein grundsätzlich anderes Verhalten: Sie wirken in physiologischen Konzentrationen kontextabhängig und selektiv, weil begleitende Polyphenole, Flavonoide und andere Kofaktoren die Signalwege nicht blockieren, sondern modulieren.

Dies entspricht dem Halliwell-Modell des „Antioxidant Paradox" (Lancet 2000).

Das gemeinsame Bild

Chronische Hufrehe ist das Ergebnis eines Stoffwechselsystems, das an mehreren Stellen gleichzeitig unter Druck steht:

  • Hinterdarm-Dysbiose → weniger Butyrat, mehr LPS → Insulinresistenz in der Leber
  • Überlastete Leber → gestörte Gluconeogenese und Aminosäuresynthese → instabiler Blutzucker und Insulin
  • AMPK/Nrf2-Blockade durch hochdosierte isolierte Antioxidantien → keine Insulinsensitivierung nach Training → chronisch erhöhter Insulinspiegel
  • Folge: Dauerhaft erhöhtes Insulin → IGF-1-Aktivierung → Hemidesmosomen-Abbau → Lamellarversagen

Fazit

Wer nur das Gras wegnimmt und Insulin misst, behandelt das Ende der Kette. Wer Mikrobiom, Leber und Supplementation zusammen adressiert, kann an der Ursache ansetzen – und hat eine realistische Chance auf dauerhafte Stabilisierung.

Womit wir begleiten – der systemische Ansatz der VetLine

Die VetLine wurde von Tierärztin Katrin Knecht auf Basis von über 20 Jahren klinischer Erfahrung entwickelt. Der Ansatz folgt der Logik des hier beschriebenen Stoffwechselmodells: zuerst das Mikrobiom stabilisieren, dann die Leber entlasten, dauerhaft naturbelassene Mineralien als Grundlage. Surf and Turf Mineral läuft dabei von Anfang an parallel zu allen Schritten – aus rein natürlichen Quellen, ohne synthetische Zusätze.

Aus unserer Praxis – drei Regeln, mehr braucht es nicht

1. Surf and Turf Basic Mineral läuft immer mit. Ganzjährig als tägliche Mineralbasis. Ohne Hefezellwände: die Sensitive-Variante.

2. Entero Clean Liquid oder Powder immer zusammen mit Entero Clean Basic. Als fertiges Set: Entero Clean Duo Aktiv.

3. Metabo Rapid immer zusammen mit Entero Clean Basic. Metabo Rapid bringt im Stoffwechsel etwas in Bewegung, Basic bindet im Darm, was dabei anfällt. Als fertiges Set: Metabo Rapid Duo Aktiv.

Wann dieses? Wenn Ihr Pferd stabil ist und Sie an der Basis ansetzen wollen. Der einfachste Einstieg ist das VetLine Starter-Set Pferd mit Surf and Turf, Entero Clean Liquid und Entero Clean Basic für die ersten sechs Wochen.

Ergänzungsfuttermittel. Kein Heilmittel. Ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Medikation.

Beim akuten Schub

Nach der tierärztlichen Versorgung drehen wir die Reihenfolge um: Metabo Rapid und Entero Clean Basic zusammen mit Surf and Turf Basic Mineral, alle drei parallel. Die Darmkur mit Entero Clean Liquid oder Powder folgt erst, wenn die akute Phase vorbei ist. Was wir darüber hinaus zusammenstellen, steht in der Akut-Zusammenstellung unseres Hufrehe-Ratgebers.

Der akute Schub erfordert immer tierärztliche Abklärung und Behandlung.

Quellenhinweise

  • de Laat M.A. et al. (2010): Equine laminitis: Induced by 48 h hyperinsulinaemia in Standardbred horses. Equine Vet. J. 42(2):129–35.
  • de Laat M.A. & Pollitt C.C. (2019): Ultrastructural examination of basement membrane pathology in horses with insulin-induced laminitis. Domest. Anim. Endocrinol. 69:30–34.
  • Nourian A.R. et al. (2009): Equine laminitis: Ultrastructural lesions detected in ponies following hyperinsulinaemia. Equine Vet. J. 41(7):671–77.
  • French K.R. & Pollitt C.C. (2004): Equine laminitis: loss of hemidesmosomes in hoof secondary epidermal lamellae. Equine Vet. J. 36(3):230–35.
  • Julliand V. & Grimm P. (2016): The microbiome of the horse hindgut: History and current knowledge. J. Anim. Sci. 94(6):2262–74.
  • Kienzle E. et al. (1994): Activity of amylase in the gastrointestinal tract of the horse. J. Anim. Physiol. Anim. Nutr. 72:234–41.
  • Ristow M. et al. (2009): Antioxidant supplementation prevents health-promoting effects of physical exercise. PNAS.
  • Halliwell B. (2000): The antioxidant paradox. Lancet.
  • Hakvoort et al. (2017) · Reitnour & Salsbury (1975) · Valberg et al. (2020–2022)

Die beschriebenen Mechanismen stützen sich auf publizierte Fachliteratur. Die Einordnung und die Schlussfolgerungen für die Fütterung sind unsere Sicht aus über 26 Jahren Praxis.

Immer wieder Schübe – trotz Diät?

Dann liegt die Ursache oft dort, wo dieser Artikel ansetzt: in Darm, Leber und Mineralstoffhaushalt. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" ist für uns ein Werkzeug, um beim einzelnen Pferd zu sehen, wo wir anfangen – ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Lieber zuerst reden? Im kostenlosen Erstgespräch – telefonisch unter 05642 988 8826.

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Fachliche Einordnung
Dieser Artikel entstand im Tierheilkundezentrum Nehls aus der täglichen Praxisarbeit – auf Grundlage von über 26 Jahren Begleitung von Pferden mit chronischer Hufrehe – und wurde durch unser Beratungsteam mit unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert (VDT) redaktionell aufbereitet. Die pathophysiologischen Mechanismen stützen sich zusätzlich auf publizierte Fachliteratur (siehe Quellenhinweise).

Im THZ Tierheilkundezentrum Nehls arbeiten wir Hand in Hand für das Wohl der Pferde, Ponys und Esel: Während diese Veröffentlichungen auf der naturheilkundlichen Praxis unserer Tierheilpraktikerinnen beruhen, bringt Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) ihre tiermedizinische Expertise vor allem im Hintergrund ein. Sie hat die VetLine entwickelt und die Rezepturen aller flüssigen Nehls-Produkte neu formuliert – und ist unser internes Fachkonsil bei schwierigen Fragestellungen wie der chronischen Hufrehe.

Zur Person:
Tatjana Siebert – Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin Knecht – Tierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig. Entwicklerin der VetLine, hat die Rezepturen aller flüssigen Nehls-Produkte neu formuliert. Internes Fachkonsil.
Stand: 10. September 2026. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Persönliche Beratung
Unser Beratungsteam mit Lara, Sabrina, Sina, Vanessa (angehende THP) und Tatjana (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT & zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere Paracelsus/TÜV) beantwortet Ihre Fragen zu Fütterung, Begleitung und zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse".
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