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Holsteiner

Holsteiner: Zucht, Haltung und Fütterung im Sportalltag

Warum bei dieser Rasse nicht die Genetik das Fütterungsthema ist, sondern der Turnierkalender – aus 26 Jahren Beratungspraxis im Tierheilkundezentrum Nehls.

Die kurze Antwort

Der Holsteiner ist seit rund achtzig Jahren konsequent auf Springvermögen selektiert. Das hat funktioniert – und es hat zur Folge, dass diese Pferde überdurchschnittlich oft in einem Alltag stehen, den sich kein Pferd selbst aussuchen würde: Transport, wechselnde Ställe, Fresspausen vor der Prüfung, Boxenhaltung zwischen den Einsätzen.

Aus unserer Erfahrung als Tierheilpraktiker rufen uns Halter von Holsteinern selten wegen der Rasse an. Sie rufen an, weil ein Pferd nach dem Turnierwochenende zwei Tage lang mäkelig frisst, weil es beim Satteln klemmt oder weil die Leistung schwankt, ohne dass sich am Training etwas geändert hat. Die Rasse ist dabei selten die Ursache. Der Rhythmus ist es.

Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt. Wir ordnen ein, was in der Fütterung dazu passt.

Womit begleiten? Erst die Frage, dann das Mittel

Wenn Turnierbetrieb und Fresspausen den Alltag bestimmen

Anhänger, fremder Stall, zwei Stunden ohne Heu vor der Prüfung: Für Pferde, die regelmäßig in diesem Rhythmus stehen, begleiten wir die Fütterung mit Nehls Magen-Vet für Pferde. Wichtiger als jede Ergänzung ist dabei, dass Heu mit auf den Hänger kommt und im Turnierstall vor dem Kraftfutter liegt.

Wenn die Belastung des Bewegungsapparats das Thema ist

Ältere Sportpferde, hohe Sprungzahl pro Saison, harter Boden im Sommer. Für die begleitende Fütterung in diesen Phasen gibt es Nehls Lauf-Fit Pferde Kräuter, alternativ Lauf-Fit flüssig, wenn Ihr Pferd Pulver schlecht annimmt. Beachten Sie die Karenzzeit vor dem Start.

Wenn das Pferd gerade nicht im Sport steht

Verletzungspause, Winterpause, Umstieg auf Freizeit: Ein 650-kg-Warmblut, das bei gleicher Ration aus dem Training kommt, setzt schnell an. Für die Fütterung in dieser Phase gibt es die Nehls Warmblut-Kräuter als Dauerbasis, bei deutlicherem Stoffwechselthema die Nehls Meta-Kräuter.

Wenn die Lage unklar ist

Werte unauffällig, Training unverändert, Leistung trotzdem schwankend. Wo wir bei Ihrem Pferd anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch, telefonisch unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse“ als Ausgangspunkt für einen Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Vor jedem Turnierstart gelten die Karenzzeiten – welche Pflanzen betroffen sind, steht hier.

Woher der Holsteiner kommt

Die Zucht in den Elbmarschen ist alt – schon im 13. und 14. Jahrhundert zogen die Klöster Schleswig-Holsteins schwere, belastbare Pferde für Landwirtschaft und Militär. Im 16. und 17. Jahrhundert veredelten spanische und neapolitanische Hengste den Typ, im 19. Jahrhundert kamen englisches Vollblut und Yorkshire Coach Horses dazu. Bis in die 1950er-Jahre war der Holsteiner ein schweres Wagen- und Arbeitspferd.

Den Bruch brachte die Mechanisierung. Der Verband stellte das Zuchtziel innerhalb weniger Jahrzehnte auf das Sportpferd um – ein Tempo, das in der europäischen Pferdezucht selten ist. Entscheidend wurde der Import des Anglo-Normannen Cor de la Bryère Anfang der 1970er-Jahre: Seine Nachkommen brachten Springtechnik und Beweglichkeit in eine Population, die bis dahin vor allem Kraft mitbrachte.

Heute führt der Holsteiner Verband mit Sitz in Elmshorn das Stutbuch, organisiert Körung und Auktionen und steuert die Anpaarungen. Die Besonderheit dieser Zucht sind die Stutenstämme: Linien, die über Generationen dokumentiert und gezielt weitergeführt werden – Hengste wie Capitol I, Landgraf I oder Cassini I stehen in fast jedem Holsteiner Pedigree, aber die Stämme bestimmen, was mit wem verpaart wird.

Exterieur, Charakter, Einsatz

Das Stockmaß liegt meist zwischen 165 und 175 cm, das Gewicht bei 550 bis 700 kg. Typisch sind eine schräge, lange Schulter, eine stabile Oberlinie und eine kräftige, weit untergreifende Hinterhand – die Grundlage für das Sprungvermögen. Die Bewegung ist funktional statt spektakulär: Der Holsteiner ist auf Abdruck gezüchtet, nicht auf Schwebephase.

Im Charakter gilt er als ehrlich und mutig, mit einem klaren eigenen Kopf. Er arbeitet mit, wenn er verstanden hat, worum es geht, und er fragt zurück, wenn nicht. Für den Sport ist das ein Vorteil, im Alltag verlangt es eine ruhige, berechenbare Führung.

Eingesetzt wird er vor allem im Springen, daneben in der Vielseitigkeit, wo Kraft und Mut zusammenkommen. In der Dressur ist er vertreten, steht dort aber hinter den spezialisierten Dressurzuchten. Viele Holsteiner landen nach der Sportkarriere im Freizeitbereich – und genau dieser Übergang ist fütterungstechnisch der kritischste Moment im Pferdeleben.

Warum der Sportalltag der eigentliche Hebel ist

Ein Pferd produziert Magensäure rund um die Uhr, unabhängig davon, ob Futter da ist. Gepuffert wird sie über den Speichel, und Speichel entsteht nur beim Kauen. Fresspausen über vier Stunden sind deshalb der Punkt, an dem wir in der Beratung als Erstes nachfragen – und im Turnierbetrieb entstehen sie fast zwangsläufig: beim Verladen, während der Anfahrt, in der Wartezeit vor dem Parcours.

Der zweite Punkt ist die Kraftfuttermenge pro Mahlzeit. Als Orientierung gilt etwa ein Gramm Stärke je Kilogramm Körpermasse und Mahlzeit – bei einem 600-kg-Holsteiner also rund 600 g Stärke, was je nach Futter ungefähr einem Kilo Hafer entspricht. Was darüber hinausgeht, erreicht den Dickdarm unverdaut. Drei kleine Portionen sind deshalb besser als zwei große, auch wenn das im Stallablauf unbequemer ist.

Die Raufutterbasis bleibt auch beim Sportpferd bei rund 1,5 Prozent der Körpermasse täglich, bei 600 kg also etwa 9 kg Heu. Wir sehen in der Praxis regelmäßig Rationen, in denen zugunsten von Kraftfutter am Heu gespart wird – meist mit dem Argument, das Pferd brauche Energie. Es braucht sie, aber nicht auf Kosten der Struktur.

Der dritte Punkt betrifft speziell Turnierstarter: Karenzzeiten. Viele Kräuter und Pflanzen fallen unter die Anti-Doping- und Medikationskontrollbestimmungen, auch wenn sie in einem Ergänzungsfuttermittel stecken. Wir geben zu jedem Produkt eine Karenzzeiten-Orientierung nach ADMR an; die Verantwortung vor dem Start liegt beim Halter. Welche Pflanzen betroffen sind, haben wir hier zusammengestellt.

Wann der Tierarzt dran ist, nicht die Fütterung Wiederkehrende Koliken, Zähneknirschen, Gurtzwang, deutlicher Leistungsabfall ohne erkennbaren Grund, Mattigkeit nach der Arbeit oder plötzliches Verweigern am Sprung – das sind Fälle für die Tierarztpraxis. Eine Magenspiegelung liefert dort Klarheit, die keine Fütterungsumstellung ersetzen kann. Dasselbe gilt für Lahmheiten und für Wachstumsthemen wie Osteochondrose beim Jungpferd, die über Röntgen und nicht über Kräuter geklärt werden.

Wie wir im THZ an einen Holsteiner herangehen

Wir fangen nicht beim Produkt an, sondern bei vier Fragen: Wie viele Stunden am Tag hat das Pferd Raufutter vor sich? Wie viel Kraftfutter bekommt es pro Mahlzeit? Wie oft steht es auf dem Hänger? Und was hat der Tierarzt bisher gesehen?

Aus den Antworten ergibt sich die Reihenfolge. In den meisten Fällen ändern wir erst den Rhythmus – Heu vor Kraftfutter, drei statt zwei Mahlzeiten, Heunetz für den Transport – und schauen vier Wochen später, was davon übrig geblieben ist. Ergänzungen kommen danach, nicht davor.

Was wir nicht tun: Wir empfehlen keine fünf Produkte gleichzeitig. Wenn ein Pferd drei Ergänzungen bekommt und sich etwas ändert, weiß niemand, welche davon gewirkt hat – und beim Turnierpferd summieren sich außerdem die Karenzzeiten.

Beratung vor der Futterumstellung

Bevor Sie am Futter etwas ändern, sprechen Sie mit uns. Das kostenlose Erstgespräch dauert in der Regel zwanzig Minuten, und danach wissen Sie, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen. Telefonisch erreichen Sie uns unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.

Häufige Fragen zum Holsteiner

Was zeichnet einen Holsteiner aus?

Ein großrahmiges Warmblut mit kräftiger Hinterhand, gezüchtet auf Springvermögen und Technik. Prägend sind die dokumentierten Stutenstämme des Holsteiner Verbands und der Einfluss von Cor de la Bryère ab den frühen 1970er-Jahren. Im Wesen ehrlich, mutig und mit eigenem Kopf.

Für welche Disziplinen eignet sich der Holsteiner?

Vor allem für das Springen, daneben für die Vielseitigkeit. In der Dressur ist er vertreten, steht dort aber hinter den spezialisierten Dressurlinien. Als Freizeitpferd nach der Sportkarriere funktioniert er gut, sofern die Ration mit der geringeren Arbeit mitgeht.

Ist der Holsteiner ein sensibles Pferd?

Er reagiert klar und schnell auf Veränderungen in Training, Haltung und Fütterung. Das ist keine Nervosität, sondern Reaktionsbereitschaft – dieselbe Eigenschaft, die ihn im Parcours brauchbar macht. Für den Stallalltag heißt das: gleichbleibende Abläufe schlagen jede Ergänzung.

Wie viel Kraftfutter verträgt ein Holsteiner pro Mahlzeit?

Als Orientierung gilt rund ein Gramm Stärke je Kilogramm Körpermasse und Mahlzeit, bei 600 kg also etwa ein Kilo Hafer. Größere Portionen erreichen den Dickdarm unverdaut. Teilen Sie die Tagesmenge lieber auf drei Gaben auf.

Worauf muss ich bei Kräutern für Turnierpferde achten?

Auf die Karenzzeit. Viele Pflanzen fallen unter die Anti-Doping- und Medikationskontrollbestimmungen, auch als Bestandteil eines Ergänzungsfuttermittels. Zu jedem unserer Pferdeprodukte finden Sie eine Karenzzeiten-Orientierung nach ADMR. Die Verantwortung vor dem Start trägt der Halter.

Mein Holsteiner ist aus dem Sport raus – was ändert sich?

Die Energiemenge, nicht die Struktur. Kraftfutter fällt weitgehend weg, Raufutter und Mineralversorgung bleiben. Rechnen Sie mit zwei bis drei Monaten, bis sich Gewicht und Bemuskelung neu einpendeln, und stellen Sie nicht über Nacht um.

Leistung schwankt, und niemand findet den Grund?

Wenn Training, Werte und Beschlag stimmen und trotzdem etwas nicht passt, lohnt der Blick auf die individuelle Belastungssituation Ihres Pferdes. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse“ ist Ausgangspunkt für einen Begleitplan, mit persönlichem Gespräch und sechs Monaten Begleitung durch unser Beraterinnen-Team. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Zur Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse

Dieser Ratgeber entstand im Tierheilkundezentrum Nehls in Warburg-Scherfede, gegründet 1998. Seit über zwei Jahrzehnten begleiten wir die Fütterung von Pferden, Ponys und Eseln – naturheilkundlich, aus der Praxis und immer neben, nicht anstelle der tierärztlichen Betreuung.

Ihre Fragen zu Fütterung, Turnierbetrieb und Karenzzeiten beantworten Lara, Sabrina, Sina, Vanessa und Tatjana aus unserem Beratungsteam – kostenlos und ohne Kaufverpflichtung. Rufen Sie an: 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr, oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

Alle genannten Nehls-Produkte sind Ergänzungsfuttermittel für Pferde, Ponys und Esel. Sie sind kein Heilmittel, kein Arzneimittel und kein Medizinprodukt und ersetzen keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.