Kurze Zusammenfassung
Zimt ist die getrocknete Rinde immergrüner Bäume der Gattung Cinnamomum aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae).
Bestimmend für das Aroma ist Zimtaldehyd. Daneben enthält Zimt Cumarin – und genau hier liegt der Punkt, an dem sich alles entscheidet.
Denn Zimt ist nicht gleich Zimt: Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt unterscheiden sich im Cumaringehalt um Größenordnungen. Einzelheiten im entsprechenden Abschnitt.
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.
Fachliche Einordnung
Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Gründerin und Tierheilpraktikerin Nehls für unsere Kräutermischungen ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.
Für die Einordnung entscheidend ist die Artfrage. Unter dem Handelsnamen Zimt werden zwei botanisch verschiedene Erzeugnisse geführt:
Ceylon-Zimt stammt von Cinnamomum verum und wird vor allem in Sri Lanka, Südindien, Madagaskar und Brasilien gewonnen. Cassia-Zimt stammt von Cinnamomum cassia und kommt überwiegend aus China und Indonesien.
Der weitaus größte Teil des im Handel erhältlichen Zimtpulvers ist Cassia-Zimt. Eine Kennzeichnung der Zimtsorte ist nicht vorgeschrieben – steht auf der Verpackung nur „Zimt", lässt sich die Sorte daraus nicht ableiten.
An ganzen Stangen sind die Sorten unterscheidbar: Ceylon-Zimt besteht aus mehreren dünnen, brüchigen Rindenschichten, Cassia-Zimt aus einer einzigen dicken, harten Schicht.
FAQ
Was ist Zimt?
Die getrocknete Rinde von Bäumen der Gattung Cinnamomum aus der Familie der Lauraceae.
Welche Inhaltsstoffe enthält Zimt?
Ätherisches Öl mit Zimtaldehyd als Hauptbestandteil, daneben Polyphenole, Flavonoide und Cumarin.
Was ist der Unterschied zwischen Ceylon- und Cassia-Zimt?
Vor allem der Cumaringehalt. Einzelheiten weiter unten.
Woran erkennt man die Sorte?
An ganzen Stangen an der Rindenstruktur; bei Pulver nur an einer ausdrücklichen Angabe auf der Verpackung.
Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Ausschließlich die Rinde junger Zweige.
Botanische Beschreibung
Zimtbäume sind immergrüne Gehölze aus der Familie der Lauraceae und wachsen in tropischen Regionen mit warmem, feuchtem Klima.
Zur Gewinnung werden junge Zweige geschnitten und die innere Rindenschicht abgelöst. Beim Trocknen rollt sich diese zu den charakteristischen Stangen zusammen.
Bei Ceylon-Zimt werden mehrere dünne Rindenschichten ineinandergeschoben, weshalb die Stange im Querschnitt an eine Zigarre erinnert. Cassia-Zimt besteht aus einer einzigen, deutlich dickeren Schicht.
Zur selben Pflanzenfamilie gehört auch der Lorbeer.
Inhaltsstoffe
Zimtaldehyd
Der bestimmende Bestandteil des ätherischen Öls und Träger des charakteristischen Aromas.
Cumarin
Ein natürlicher Aromastoff mit süßlich-würzigem Duft, der auch in Waldmeister und Tonkabohne vorkommt. Sein Gehalt unterscheidet die beiden Zimtsorten grundlegend; siehe den folgenden Abschnitt.
Polyphenole und Flavonoide
Weitere Bestandteile der Rinde.
Schleim- und Gerbstoffe
Ergänzen das Stoffprofil.
Die Zusammensetzung schwankt je nach Art, Herkunft und Aufbereitung erheblich.
Einordnung: Cumarin und der Sortenunterschied
Cumarin ist der Grund, weshalb bei Zimt die Sortenfrage praktisch bedeutsam ist.
Ceylon-Zimt enthält Cumarin nur in Spuren. Für Cassia-Zimt nennen Untersuchungen deutscher Landesbehörden dagegen Gehalte von über tausend Milligramm je Kilogramm, in Einzelfällen erheblich mehr.
Die europäische Lebensmittelbehörde und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung haben für Cumarin eine duldbare tägliche Aufnahmemenge von 0,1 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht abgeleitet. Für einen Erwachsenen von sechzig Kilogramm ist dieser Wert nach Angaben des Bundesinstituts bereits mit etwa zwei Gramm Cassia-Zimt täglich ausgeschöpft.
Das Bundesinstitut empfiehlt Verbrauchern, die regelmäßig größere Mengen Zimt verwenden, ausdrücklich den Umstieg auf den cumarinarmen Ceylon-Zimt.
Praktische Folge für den Einkauf: Bei Zimt entscheidet die Sortenangabe über den Cumaringehalt. Fehlt sie, handelt es sich in aller Regel um Cassia-Zimt.
Diese Angaben beziehen sich auf die Bewertung für den Menschen und stellen keine Aussage über ein bestimmtes Produkt dar.
Wissenschaftliche Einordnung
Mensch
Für den Menschen liegt eine umfangreiche Datenlage vor, darunter systematische Übersichtsarbeiten. Diese Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Menschen und stellen keinen Wirknachweis für Tiere dar.
Pferd
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Zimt beim Pferd wurden nicht gefunden.
Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Zimt beim Hund wurden nicht gefunden.
Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Zimt bei der Katze wurden nicht gefunden. Zudem wird bei ätherischen Ölen grundsätzlich eine differenzierte Betrachtung vorgenommen.
Modellorganismen
Experimentelle Arbeiten wurden überwiegend in Zellsystemen und an Nagern durchgeführt. Diese Ergebnisse sind nicht direkt auf Pferd, Hund oder Katze übertragbar.
Grundsätzlich gilt, dass Erkenntnisse aus Humanstudien und experimentellen Modellen nicht unmittelbar auf Tiere übertragen werden können.
Traditionelle Nutzung
Zimt gehört zu den ältesten gehandelten Gewürzen und war über Jahrhunderte eine der wertvollsten Handelswaren zwischen Asien und Europa.
Neben der kulinarischen Verwendung wurde er historisch auch in pflanzenkundlichen Zusammenhängen beschrieben.
Diese traditionelle Nutzung bezieht sich auf den Menschen, basiert auf überliefertem Erfahrungswissen und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.
Wissenschaftliche Literatur
Bundesinstitut für Risikobewertung
Neue Erkenntnisse zu Cumarin in Zimt
Stellungnahme des BfR
bfr.bund.de
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Cumarin in zimthaltigen Tees – Untersuchungsergebnisse 2021 und 2022
lgl.bayern.de
Ranasinghe P et al.
Medicinal properties of true cinnamon (Cinnamomum zeylanicum): a systematic review
BMC Complementary and Alternative Medicine. 2013
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Gunawardena D et al.
Anti-inflammatory effects of cinnamon extract
Journal of Ethnopharmacology. 2015
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Nabavi SF et al.
Antibacterial effects of cinnamon and its constituents
Journal of Basic and Clinical Physiology and Pharmacology. 2015
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