Kostenfreie Erstberatung! Suchen Sie Rat? Wir helfen Ihnen: +49 5642 988 8826

Sanddorntrester (Hippophae rhamnoides) – Pflanzenkunde, Inhaltsstoffe & Einordnung für Pferd, Hund und Katze

Kurze Zusammenfassung

Sanddorntrester ist ein pflanzliches Nebenprodukt, das bei der Verarbeitung der Früchte des Sanddorns (Hippophae rhamnoides) entsteht. Nach der Gewinnung von Saft oder Öl verbleiben Schalen, Fruchtfleischreste und je nach Verfahren auch die Samen.

Diese Unterscheidung ist wesentlich: Trester mit Samen und Trester ohne Samen sind stofflich verschieden und werden in der Fachliteratur getrennt betrachtet.

Anders als bei den meisten Nebenprodukten dieses Lexikons existieren zum Sanddorn Untersuchungen mit ausdrücklichem Pferdebezug – darunter eine Arbeit, die Trester als Futtermittelbestandteil bewertet. Einzelheiten in der wissenschaftlichen Einordnung.

Fachliche Einordnung

Dieser Ratgeber wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Tierheilpraktikerin, unseren Beraterinnen und unserer Tierärztin Katrin Knecht erstellt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.

Sanddorntrester ist kein klassisches Kraut, sondern ein Nebenprodukt der Fruchtverarbeitung. Botanisch basiert er auf den Früchten des Sanddorns, eines Strauchs aus der Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae).

Für die Einordnung wesentlich ist das Verarbeitungsverfahren. Aus derselben Frucht entstehen mehrere Erzeugnisse: Saft, Fruchtfleischöl, Kernöl und der verbleibende Trester. Je nach Trennschritt enthält dieser die Samen oder nicht – mit deutlichen Unterschieden bei Fett-, Protein- und Fasergehalt.

Hinzu kommt: Wird der Trester zusätzlich mit überkritischem Kohlendioxid entölt, verschiebt sich das Stoffprofil erneut. Angaben zu einem entölten Auszug lassen sich nicht auf den ursprünglichen Trester übertragen.

FAQ

Was ist Sanddorntrester?
Der feste Rückstand aus der Verarbeitung von Sanddornfrüchten, der nach der Saft- oder Ölgewinnung verbleibt.

Welche Inhaltsstoffe enthält Sanddorntrester?
Ballaststoffe, Restöl, Proteine, Carotinoide, Flavonole sowie Vitamine und Mineralstoffe aus der Frucht.

Mit oder ohne Samen – macht das einen Unterschied?
Ja, einen erheblichen. Die Fachliteratur untersucht beide Formen getrennt.

Welche Flavonoide sind enthalten?
Beschrieben werden vor allem Glykoside des Isorhamnetins, daneben Quercetin- und Kämpferol-Verbindungen sowie Catechine.

Gibt es Untersuchungen am Pferd?
Ja, mehrere. Siehe den Abschnitt zur wissenschaftlichen Einordnung.

Botanische Grundlage

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein sommergrüner, dorniger Strauch aus der Familie der Elaeagnaceae und erreicht Wuchshöhen von mehreren Metern.

Die Pflanze ist in Europa und Asien verbreitet und wächst bevorzugt auf sandigen, nährstoffarmen Böden, häufig in Küstennähe und in Flusstälern. Sie ist zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten sitzen auf getrennten Sträuchern, weshalb für den Fruchtansatz beide gepflanzt werden müssen.

Charakteristisch sind die schmalen, silbrig-grauen Blätter und die dicht am Zweig sitzenden, leuchtend orangefarbenen Früchte.

Der wissenschaftliche Gattungsname setzt sich aus den griechischen Wörtern für Pferd und für glänzen zusammen. Er geht auf die überlieferte Verwendung als Pferdefutter in der Antike zurück, bei der ein glänzendes Fell beobachtet wurde.

Inhaltsstoffe

Ballaststoffe
Der mengenmäßig bestimmende Anteil, aus den strukturellen Bestandteilen von Schale und Fruchtfleisch.

Restöl
Je nach Verfahren im Trester verbliebene Ölanteile. Sanddornöl ist durch einen ungewöhnlichen Gehalt an Palmitoleinsäure gekennzeichnet, einer Fettsäure der Omega-7-Reihe, die in Pflanzenölen selten vorkommt.

Flavonole
In Untersuchungen an entöltem Trester wurden über zwanzig Einzelverbindungen bestimmt, darunter mehrere Glykoside des Isorhamnetins sowie Quercetin- und Kämpferol-Verbindungen und Catechine.

Carotinoide
Verantwortlich für die orange Färbung.

Vitamine und Mineralstoffe
Aus der Frucht stammende Bestandteile. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Frucht ist hoch, sinkt jedoch bei Trocknung und Lagerung deutlich.

Die Zusammensetzung hängt stark davon ab, ob die Samen im Trester verblieben sind und wie stark entölt wurde.

Wissenschaftliche Einordnung

Mensch
Für den Menschen liegt eine umfangreiche Literatur zur Sanddornfrucht vor, überwiegend zur stofflichen Zusammensetzung. Diese Angaben beziehen sich auf den Menschen und dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Kontextualisierung.

Pferd
Zum Pferd liegen zwei Arbeiten vor. Eine Untersuchung von 2026 bewertet Sanddorn-Nebenprodukte – Trester mit Samen, Trester ohne Samen sowie Blätter – ausdrücklich als mögliche Futtermittelbestandteile und rechnet für Arbeitspferde, tragende und laktierende Stuten aus, welchen Anteil des täglichen Nährstoffbedarfs ein Anteil von 2,5 Prozent an der Trockenmasseaufnahme abdecken würde. Eine ältere Untersuchung von 2012 prüfte an acht Vollblütern eine Zubereitung aus Sanddornbeeren und Fruchtfleisch und erfasste Magenbefunde sowie den pH-Wert des Magensafts. Beide Arbeiten betreffen unterschiedliche Fragestellungen und sind nicht miteinander vergleichbar.

Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Sanddorntrester beim Hund wurden nicht gefunden.

Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Sanddorntrester bei der Katze wurden nicht gefunden.

Nutztiere
Weitere Untersuchungen zur Fütterung von Sanddorn-Erzeugnissen betreffen vor allem Geflügel. Diese Ergebnisse sind auf Pferd, Hund und Katze nicht übertragbar.

Modellorganismen
Experimentelle Arbeiten zu Trester-Auszügen wurden überwiegend in Zellsystemen durchgeführt. Auch sie sind nicht direkt übertragbar.

Traditionelle Nutzung

Sanddornfrüchte werden seit langer Zeit als Nahrungsmittel genutzt, insbesondere in nord- und osteuropäischen sowie zentralasiatischen Regionen.

Historische Quellen nennen den Sanddorn zudem als Pferdefutter in der Antike – ein Bezug, der bis heute im wissenschaftlichen Gattungsnamen erhalten ist.

Sanddorntrester selbst ist demgegenüber ein modernes Nebenprodukt, das erst mit der industriellen Saft- und Ölgewinnung entstanden ist. Eine eigene Überlieferung dazu existiert nicht.

Diese Nutzung basiert auf überlieferten Erfahrungen und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.

Wissenschaftliche Literatur

Nutrient assessment of sea buckthorn residues as potential feed ingredients
2026
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

Effect of sea buckthorn berries and pulp in a liquid emulsion on gastric ulcer scores and gastric juice pH in horses
Journal of Veterinary Internal Medicine. 2012
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

Dienaitė L, Pukalskas A, Pukalskienė M, Pereira CV, Matias AA, Venskutonis PR
Phytochemical Composition, Antioxidant and Antiproliferative Activities of Defatted Sea Buckthorn Berry Pomace Fractions
Antioxidants. 2020
doi.org