Kurze Zusammenfassung
Die Rote Bete (Beta vulgaris) ist eine Kulturpflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Verwendet wird die verdickte Speicherwurzel, die für ihre intensive rote Färbung bekannt ist.
Botanisch wichtig: Rote Bete, Zuckerrübe, Futterrübe und Mangold gehören alle zur selben Art. Sie sind Zuchtformen von Beta vulgaris und unterscheiden sich in Zusammensetzung und Verwendung erheblich.
Kennzeichnende Inhaltsstoffe sind die Betalaine, allen voran Betanin. Daneben ist die Rote Bete für ihren natürlichen Nitratgehalt bekannt.
Fachliche Einordnung
Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Tierärztin Katrin Knecht für unsere Kräutermischung ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.
Botanisch gehört Beta vulgaris zu den Kulturpflanzen mit ausgeprägter Speicherwurzel. Die Art umfasst mehrere Zuchtformen, die im Pferdebereich alle eine Rolle spielen: die Rote Bete als Wurzelgemüse, die Zuckerrübe als Ausgangsmaterial für Rübenschnitzel und die Futterrübe.
Diese Unterscheidung ist praktisch bedeutsam, weil sich die Zuchtformen im Zucker-, Faser- und Farbstoffgehalt deutlich unterscheiden. Angaben zur Roten Bete lassen sich nicht auf Rübenschnitzel übertragen und umgekehrt.
Ebenso zu unterscheiden sind frische Knolle, getrocknete Schnitzel und Saft. Der für Untersuchungen häufig verwendete Saft ist ein Konzentrat und mit dem Ausgangsmaterial nicht gleichzusetzen.
FAQ
Was ist Rote Bete?
Eine Zuchtform von Beta vulgaris mit charakteristischer roter Speicherwurzel.
Welche Inhaltsstoffe enthält die Pflanze?
Betalaine, vor allem Betanin, daneben Polyphenole, Flavonoide, Zucker, Mineralstoffe und natürliche Nitrate.
Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Überwiegend die Speicherwurzel. Die Blätter sind ebenfalls essbar, spielen hier aber keine Rolle.
Sind Rote Bete und Zuckerrübe dasselbe?
Botanisch dieselbe Art, aber verschiedene Zuchtformen mit deutlich unterschiedlicher Zusammensetzung.
Gibt es Untersuchungen am Pferd?
Ja, mehrere. Siehe den Abschnitt zur wissenschaftlichen Einordnung.
Botanische Beschreibung
Die Rote Bete ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Amaranthaceae. Im ersten Jahr bildet sie eine kräftige, verdickte Speicherwurzel, im zweiten Jahr einen Blütenstand.
Die Stammform ist die Wilde Rübe des Mittelmeerraums und der europäischen Küsten. Aus ihr sind über Jahrhunderte durch Züchtung die heutigen Formen hervorgegangen.
Charakteristisch sind die dunkelroten bis violetten Knollen sowie die großen, leicht gewellten Blätter mit oft rötlich gefärbten Blattstielen. Im Anschnitt zeigen die Knollen häufig eine konzentrische Ringzeichnung.
Die Färbung geht auf Betalaine zurück – eine Farbstoffgruppe, die in der Pflanzenwelt selten ist und in dieser Familie an die Stelle der sonst verbreiteten Anthocyane tritt.
Inhaltsstoffe
Betalaine
Die kennzeichnende Stoffgruppe, aufgeteilt in rotviolette Betacyane – vor allem Betanin – und gelbe Betaxanthine. Sie sind stickstoffhaltig und werden bei Hitze und Licht abgebaut.
Nitrate
Die Rote Bete zählt zu den nitratreichen Gemüsen. Der Gehalt hängt stark von Anbau und Düngung ab.
Zucker
Auch die Rote Bete enthält nennenswerte Mengen; in der Zuckerrübe ist dieser Anteil züchterisch stark erhöht worden.
Polyphenole und Flavonoide
Weitere sekundäre Pflanzenstoffe der Knolle.
Mineralstoffe und Vitamine
Bestandteile der Knollensubstanz.
Die Zusammensetzung schwankt je nach Sorte, Anbau und Verarbeitung erheblich.
Wissenschaftliche Einordnung
Mensch
Für den Menschen liegt eine umfangreiche Datenlage vor, überwiegend im Zusammenhang mit dem Nitratgehalt und sportphysiologischen Fragestellungen. Diese Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Menschen und stellen keinen Wirknachweis für Tiere dar.
Pferd
Zum Pferd liegen zwei Untersuchungen vor. In einer britischen Arbeit von 2019 erhielten zwanzig Rennpferde in vollem Training über vier Wochen Rote-Bete-Erzeugnisse; untersucht wurden Nitrat- und Nitritwerte im Blut sowie die Stoffwechselprodukte im Darm. Die Autoren stellten fest, dass sich die beim Menschen beschriebenen Zusammenhänge beim Pferd nicht in gleicher Weise abbildeten, und führen dies auf Unterschiede im Verdauungstrakt zurück – ein bemerkenswerter Hinweis darauf, wie wenig sich sportphysiologische Erkenntnisse vom Menschen übertragen lassen. Eine zweite Untersuchung prüfte ein Rübenschnitzel-Konzentrat über zwölf Wochen an adulten Stuten sowie an Jährlingen im Training und erfasste Blutwerte und Stoffwechselverläufe.
Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Roten Bete beim Hund wurden nicht gefunden.
Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Roten Bete bei der Katze wurden nicht gefunden.
Modellorganismen
Experimentelle Arbeiten zu Betalainen wurden überwiegend in Zellsystemen und an Nagern durchgeführt. Diese Ergebnisse sind nicht direkt auf Pferd, Hund oder Katze übertragbar.
Grundsätzlich gilt, dass Erkenntnisse aus Humanstudien und experimentellen Modellen nicht unmittelbar auf Tiere übertragen werden können.
Traditionelle Nutzung
Die Rote Bete wird seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel genutzt und ist in vielen Küchen Europas fest verankert. In der Antike standen zunächst die Blätter im Vordergrund; die Züchtung auf eine fleischige Speicherwurzel setzte erst später ein.
Betanin wird zudem als natürlicher Lebensmittelfarbstoff verwendet.
Diese Nutzung bezieht sich auf den Menschen, basiert auf überliefertem Erfahrungswissen und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.
Wissenschaftliche Literatur
Waring RH
Nitrate supplementation in thoroughbred racehorses: Addition of beetroot juice to the equine diet and effects on the gut metabolome
Integrative Food, Nutrition and Metabolism. 2019
doi.org
Potential use of beet-pulp concentrate supplementation in athletic horse
Veterinärmedizinische Fachzeitschrift
ncbi.nlm.nih.gov
