Kurze Zusammenfassung
Die Pfefferminze (Mentha × piperita) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und zählt zu den bekanntesten Aromapflanzen weltweit.
Botanisch ist sie kein eigenständiges Wildgewächs, sondern eine Kreuzung aus Wasserminze und Grüner Minze. Das Multiplikationszeichen im wissenschaftlichen Namen weist genau darauf hin.
Bestimmender Inhaltsstoff des ätherischen Öls ist Menthol. Für Blatt und Öl bestehen jeweils eigene Arzneibuch-Monographien und eigene behördliche Bewertungen.
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.
Fachliche Einordnung
Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Gründerin und Tierheilpraktikerin Nehls für unsere Kräutermischungen ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.
Für die Einordnung wesentlich ist die Trennung von Blatt und Öl. Das Europäische Arzneibuch führt beide getrennt, ebenso die europäische Fachkommission. Ein Aufguss aus geschnittenen Blättern und ein destilliertes ätherisches Öl sind stofflich nicht vergleichbar.
Futtermittelrechtlich ist Pfefferminzöl im europäischen Register der Futtermittelzusatzstoffe geführt und wurde 2025 vom zuständigen EFSA-Gremium als sensorischer Zusatzstoff bewertet; für die Pfefferminztinktur erfolgte eine eigene Bewertung.
Hinzu kommt eine Abgrenzung innerhalb der Gattung: Neben der Pfefferminze werden Grüne Minze, Ackerminze und weitere Arten genutzt, die sich im Ölprofil deutlich unterscheiden.
FAQ
Was ist Pfefferminze?
Eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lamiaceae, hervorgegangen aus einer Kreuzung zweier Minzearten.
Welche Inhaltsstoffe enthält Pfefferminze?
Ätherisches Öl mit Menthol und Menthon als Hauptbestandteilen, daneben Rosmarinsäure, Flavonoide und Gerbstoffe.
Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Die Blätter sowie das daraus gewonnene ätherische Öl. Beide sind getrennt beschrieben.
Was sind Pulegon und Menthofuran?
Zwei natürliche Nebenbestandteile des ätherischen Öls, deren Anteil arzneibuchseitig begrenzt ist. Einzelheiten weiter unten.
Warum gibt es mehr Humanstudien als Tierstudien?
Die Forschung konzentriert sich überwiegend auf den Menschen. Kontrollierte Fütterungsstudien zu Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.
Botanische Beschreibung
Die Pfefferminze ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Lamiaceae und erreicht Wuchshöhen von etwa 30 bis 90 Zentimetern.
Sie ist aus einer Kreuzung von Wasserminze (Mentha aquatica) und Grüner Minze (Mentha spicata) hervorgegangen und wird heute weltweit angebaut, insbesondere in den Vereinigten Staaten und in Indien.
Charakteristisch sind der vierkantige Stängel, die kreuzgegenständig angeordneten, gezähnten Blätter sowie die violetten Blüten in ährenförmigen Blütenständen.
Als Hybride bildet die Pfefferminze kaum keimfähige Samen. Sie wird deshalb vegetativ über unterirdische Ausläufer vermehrt – ein Grund dafür, dass Handelsware oft auf wenige Zuchtlinien zurückgeht.
Inhaltsstoffe
Menthol
Der bestimmende Bestandteil des ätherischen Öls und Träger des charakteristischen Kälteempfindens.
Menthon
Der zweite Hauptbestandteil. Menthol und Menthon dienen in der behördlich empfohlenen Analytik gemeinsam als Kennstoffe.
Pulegon und Menthofuran
Natürliche Nebenbestandteile, deren Anteil im Arzneibuch begrenzt ist. Siehe den folgenden Abschnitt.
Rosmarinsäure
Ein phenolischer Bestandteil der Blätter, der auch für die Melisse kennzeichnend ist und in der Analytik der Pfefferminztinktur als Kennstoff dient.
Flavonoide und Gerbstoffe
Weitere Bestandteile der Blätter, die nicht in das destillierte Öl übergehen.
Die Zusammensetzung schwankt je nach Herkunft, Erntezeitpunkt und Aufbereitung erheblich.
Einordnung: Pulegon und Menthofuran
Pulegon und Menthofuran kommen in Minzölen natürlicherweise vor. Ihr Anteil ist im Europäischen Arzneibuch für Pfefferminzöl nach oben begrenzt.
Die europäische Fachkommission hat zu diesen beiden Stoffen eine eigene öffentliche Stellungnahme veröffentlicht, die sich mit ihrer Bewertung in pflanzlichen Erzeugnissen befasst und 2016 überarbeitet wurde.
Für die Einordnung praktisch bedeutsam ist der Unterschied zwischen den Minzearten: Ackerminze und insbesondere Poleiminze enthalten deutlich höhere Anteile als die Pfefferminze. Die Artbestimmung des Rohstoffs ist daher mehr als eine botanische Feinheit.
Diese Angaben dienen der Wissensvermittlung und stellen keine Aussage über ein bestimmtes Produkt dar.
Wissenschaftliche Einordnung
Mensch
Für den Menschen liegt eine umfangreiche Datenlage vor. Die europäische Fachkommission hat 2020 einen gemeinsamen Bewertungsbericht zu Pfefferminzblatt und Pfefferminzöl in überarbeiteter Fassung vorgelegt, ergänzt um getrennte Monographien für beide. Diese Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Menschen und stellen keinen Wirknachweis für Tiere dar.
Pferd
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Pfefferminze beim Pferd wurden nicht gefunden. Die futtermittelrechtliche Bewertung des Öls erfolgte für alle Tierarten.
Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Pfefferminze beim Hund wurden nicht gefunden.
Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Pfefferminze bei der Katze wurden nicht gefunden. Zudem wird bei ätherischen Ölen grundsätzlich eine differenzierte Betrachtung vorgenommen.
Modellorganismen
Experimentelle Arbeiten zu Bestandteilen der Pfefferminze wurden überwiegend in Zellsystemen und an Nagern durchgeführt. Diese Ergebnisse sind nicht direkt auf Pferd, Hund oder Katze übertragbar.
Grundsätzlich gilt, dass Erkenntnisse aus Humanstudien und experimentellen Modellen nicht unmittelbar auf Tiere übertragen werden können.
Einordnung für den Turniersport
Die Pfefferminze ist in den Karenzzeiten-Regelungen des Pferdesports erfasst. Halter, die ihr Pferd auf Turnieren vorstellen, sollten das vor der Fütterung pfefferminzhaltiger Mischungen berücksichtigen.
Hintergründe und die vollständige Pflanzenübersicht: ADMR und FEI – Karenzzeiten im Turniersport. Die Verantwortung vor einem Turnierstart liegt beim Halter.
Traditionelle Nutzung
Minzen werden seit der Antike als Aroma- und Würzpflanzen genutzt. Die Pfefferminze selbst ist dagegen vergleichsweise jung: Sie wurde erst im späten 17. Jahrhundert in England beschrieben und von dort aus verbreitet.
Neben der Verwendung als Aufguss ist sie als Aromageber in Lebensmitteln und Pflegeerzeugnissen etabliert.
Diese traditionelle Nutzung bezieht sich auf den Menschen, basiert auf überliefertem Erfahrungswissen und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.
Wissenschaftliche Literatur
Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), Europäische Arzneimittel-Agentur
Assessment report on Mentha × piperita L., folium and aetheroleum, Revision 1 (EMA/HMPC/522409/2013)
European Medicines Agency. 2020
ema.europa.eu
Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), Europäische Arzneimittel-Agentur
Public statement on the use of herbal medicinal products containing pulegone and menthofuran, Revision 1 (EMA/HMPC/138386/2005)
European Medicines Agency. 2016
ema.europa.eu
EFSA-Gremium für Zusatzstoffe und Erzeugnisse oder Stoffe in der Tierernährung (FEEDAP)
Safety and efficacy of a feed additive consisting of an essential oil derived from the aerial parts of Mentha × piperita L. (peppermint oil) for use in all animal species
EFSA Journal. 2025
doi.org
EFSA-Gremium für Zusatzstoffe und Erzeugnisse oder Stoffe in der Tierernährung (FEEDAP)
Safety and efficacy of a feed additive consisting of a tincture derived from the leaves or the aerial parts of Mentha × piperita L. (peppermint tincture) for use in all animal species
EFSA Journal. 2025
doi.org
