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Pestwurz (Petasites hybridus) – Pflanzenkunde, Inhaltsstoffe & Einordnung für Pferd, Hund und Katze

Kurze Zusammenfassung

Die Pestwurz (Petasites hybridus) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wächst bevorzugt an feuchten Standorten wie Bachufern und Gräben und ist durch ihre sehr großen Blätter und die früh im Jahr erscheinenden Blütenstände gekennzeichnet.

Kennzeichnende Inhaltsstoffe sind die Sesquiterpenester Petasin, Isopetasin und Neopetasin.

Kontrollierte Fütterungsstudien zu Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.

Fachliche Einordnung

Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Gründerin und Tierheilpraktikerin Nehls für unsere Kräutermischungen ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.

Botanisch gehört Petasites hybridus zu den typischen Pflanzen feuchter Standorte und steht innerhalb der Korbblütler in verwandtschaftlicher Nähe zu den Greiskräutern.

Für die Einordnung wesentlich ist die Unterscheidung der Zubereitungsformen. Die in der Fachliteratur untersuchten Auszüge werden mit überkritischem Kohlendioxid gewonnen und unterscheiden sich stofflich deutlich vom getrockneten Pflanzenmaterial. Angaben zu diesen Auszügen lassen sich nicht auf das Ausgangsmaterial übertragen.

FAQ

Was ist Pestwurz?
Pestwurz (Petasites hybridus) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Asteraceae.

Welche Inhaltsstoffe enthält die Pflanze?
Sesquiterpenester wie Petasin, Isopetasin und Neopetasin, daneben phenolische Verbindungen, Gerb- und Bitterstoffe sowie Pyrrolizidinalkaloide.

Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Wurzelstock, Wurzeln und Blätter.

Warum gibt es mehr Human- und Modellstudien als Tierstudien?
Die Forschung konzentriert sich überwiegend auf den Menschen und experimentelle Modelle. Kontrollierte Fütterungsstudien zu Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.

Botanische Beschreibung

Die Pestwurz ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und kann Wuchshöhen von bis zu einem Meter erreichen.

Sie ist in Europa und Teilen Asiens verbreitet und wächst bevorzugt an feuchten Standorten wie Flussufern, Gräben und nassen Wiesen, wo sie häufig ausgedehnte Bestände bildet.

Charakteristisch ist die zeitliche Trennung von Blüte und Blatt: Die rötlich bis violetten Blütenstände erscheinen früh im Jahr aus dem Wurzelstock, noch vor dem Laub. Erst danach entwickeln sich die sehr großen, herzförmigen Blätter, die einen Durchmesser von mehreren Dezimetern erreichen können.

Der Gattungsname geht auf das griechische Wort für Hut zurück und verweist auf die Blattgröße.

Inhaltsstoffe

Sesquiterpenester
Petasin, Isopetasin und Neopetasin. Sie gelten als die kennzeichnenden Bestandteile und kommen in Wurzelstock, Wurzeln und Blättern vor.

Pyrrolizidinalkaloide
Ein weiterer Bestandteil, der in der Fachliteratur im Zusammenhang mit toxikologischen Fragestellungen betrachtet wird.

Ätherisches Öl
Mit weiteren Sesquiterpenen als Bestandteilen.

Phenolische Verbindungen, Gerb- und Bitterstoffe
Ergänzen das Stoffprofil.

Die Zusammensetzung schwankt je nach Herkunft und Unterart erheblich. Innerhalb der Art werden mehrere Unterarten unterschieden, die sich stofflich unterscheiden.

Wissenschaftliche Einordnung

Mensch
Für den Menschen liegen Untersuchungen und Übersichtsarbeiten zu Petasites hybridus vor. Sie beziehen sich auf besonders aufbereitete Auszüge, nicht auf das Ausgangsmaterial. Ein Bewertungsbericht des zuständigen europäischen Fachausschusses zu dieser Pflanze wurde nicht gefunden. Diese Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Menschen.

Pferd
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Pestwurz beim Pferd wurden nicht gefunden.

Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Pestwurz beim Hund wurden nicht gefunden.

Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zur Pestwurz bei der Katze wurden nicht gefunden.

Modellorganismen
Die vorliegenden experimentellen Arbeiten wurden überwiegend an Nagern und in Zellsystemen durchgeführt. Diese Ergebnisse sind nicht direkt auf Pferd, Hund oder Katze übertragbar.

Grundsätzlich gilt, dass Erkenntnisse aus Humanstudien und experimentellen Modellen nicht unmittelbar auf Tiere übertragen werden können.

Einordnung: Korbblütler-Empfindlichkeit

Die Pestwurz gehört zu den Korbblütlern. Innerhalb dieser Pflanzenfamilie sind Kreuzempfindlichkeiten bekannt; zur selben Familie zählen unter anderem Kamille, Löwenzahn, Artischocke, Echinacea und Mariendistel.

Diese Einordnung betrifft die Pflanzenfamilie und ist keine Aussage über ein bestimmtes Produkt.

Traditionelle Nutzung

Die Pestwurz hat eine lange Tradition in der europäischen Pflanzenkunde und ist in Kräuterwerken seit Jahrhunderten dokumentiert. In Österreich und Tschechien wurden die Blätter überliefert als Aufguss sowie äußerlich als Umschlag verwendet.

Der deutsche Name geht auf die überlieferte Verwendung in Seuchenzeiten zurück.

Diese traditionelle Nutzung bezieht sich auf den Menschen, basiert auf überliefertem Erfahrungswissen und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.

Wissenschaftliche Literatur

Mihajilov-Krstev T, Jovanović B, Zlatković B, Matejić J, Vitorović J, Cvetković V et al.
Phytochemistry, Toxicology and Therapeutic Value of Petasites hybridus subsp. ochroleucus (Common Butterbur) from the Balkans
Plants. 2020
doi.org

In vitro hepatotoxicity of Petasites hybridus extract (Ze 339) depends on the concentration, the cytochrome activity of the cell system, and the species used
Phytotherapy Research
ncbi.nlm.nih.gov