Gebärmutterentzündung und Scheidenentzündung bei der Hündin
Pyometra und Vaginitis: was am selben Tag zum Tierarzt gehört – und wo wir aus über 26 Jahren Praxis davor und danach begleiten
Ja. Die eitrige Gebärmutterentzündung (Pyometra) tritt meist innerhalb von vier Monaten nach der Läufigkeit auf und gilt in der Tiermedizin als Notfall, weil sich der Zustand der Hündin rasch verschlechtern kann.[1] Ausfluss, Mattigkeit, auffällig viel Durst oder Erbrechen nach der Läufigkeit gehören am selben Tag in die Tierarztpraxis.
Eine Scheidenentzündung (Vaginitis) verläuft meist milder, gehört aber ebenfalls abgeklärt. Unsere Arbeit als Tierheilpraktiker liegt davor und danach: Fütterung, Darm nach Antibiotika, die Wochen rund um die Läufigkeit.
- Eine Gebärmutterentzündung ist ein Notfall. Bei geschlossenem Muttermund fehlt der Ausfluss – die Hündin ist dann oft schwerer krank, ohne dass Sie außen etwas sehen.[1]
- Die Operation gilt als sicherste Behandlung. Nach rein medikamentöser Behandlung sind Rückfälle beschrieben.[1]
- Kein einzelnes Zeichen ist verlässlich: Hündin Pepper trank nicht mehr als sonst – und hatte trotzdem eine eitrige Gebärmutterentzündung.
Wenn der Tierarzt behandelt hat und Ihre Hündin Antibiotika hinter sich hat. Dann fangen wir fütterungsseitig beim Darm an. Bei Hunden heißt das bei uns: VetLine Entero Clean Liquid Hund zusammen mit VetLine Entero Clean Basic, sechs Wochen am Stück. Zum Start reichen 100 ml Liquid und 100 g Basic. Liquid enthält Knoblauch als Aromastoff in einer auf Hunde abgestimmten Menge; bitte die Tagesmenge nach Gewicht einhalten. Als tägliche Mineralbasis läuft bei uns VetLine Surf and Turf Sensitive Mineral Hund & Katze dauerhaft mit, zum Start 250 g. Nicht bei bekannter Schilddrüsenüberfunktion: Die Mischung enthält Seealgen und damit natürliches Jod. Bekommt Ihre Hündin Schilddrüsenmedikamente, klären Sie die Gabe vorher mit der Tierarztpraxis.
Wenn Ihre Hündin unkastriert bleibt und die Wochen rund um die Läufigkeit jedes Mal unruhig sind. Dann geht es um die Begleitung des Hormonhaushalts, parallel zur tierärztlichen Betreuung: Nehls Harmonoisid Hund und Katze, eine trockene Kräutermischung. Starten Sie mit 250 g; empfohlen sind mindestens zwölf Wochen durchgehend. Frisst Ihre Hündin keine trockenen Kräuter, gibt es mit Nehls easy tasty Hormo Vet Hunde eine flüssige Alternative (100 ml, mindestens sechs Wochen). Bei trächtigen, säugenden oder hormonell behandelten Hündinnen klären Sie die Fütterung vorher mit der Tierarztpraxis.
Wenn zur Scheidenentzündung immer wieder die Blase dazukommt. Dann geht es um die Begleitung der Harnwege, parallel zur tierärztlichen Betreuung: Nehls easy tasty Harn & Blase Hunde, flüssig, 100 ml zum Start, mindestens sechs Wochen am Stück, ideal sind drei Monate. Die Rezeptur enthält Echinacea-Tinktur als Aromastoff. Für Hündinnen mit Allergien nehmen wir deshalb die Variante ohne Echinacea: Nehls Harn & Blase Balanced als Pulver, 250 g, mindestens sechs Wochen. Bei Blut im Urin, häufigem oder schmerzhaftem Wasserlassen oder Inkontinenz gilt: zuerst in die Praxis. Mehr dazu im Ratgeber Harnwege & Blase beim Hund.
Wenn mehrere Baustellen zusammenkommen oder Sie vor der Frage Kastration stehen. Dann sortieren wir zuerst: Was hat der Tierarzt festgestellt, was ist im Napf, was lief schon vor der Läufigkeit nicht rund? Das klären wir im kostenlosen Erstgespräch – oder telefonisch unter 05642 988 8826. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse“ als Ausgangspunkt für einen Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Kein Ergänzungsfuttermittel verhindert oder behandelt eine Gebärmutterentzündung. Bei Ausfluss, Mattigkeit oder Fieber nach der Läufigkeit gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.
Scheidenentzündung oder Gebärmutterentzündung – der Unterschied entscheidet
Bei der Scheidenentzündung (Vaginitis) sehen Sie Ausfluss; das Allgemeinbefinden der Hündin ist meist kaum gestört. Bei Junghündinnen vor der ersten Läufigkeit klingt die Entzündung oft ohne Eingriff ab, sobald die erste Läufigkeit durch ist. Bei erwachsenen Hündinnen steckt in der Regel ein Auslöser dahinter: etwa eine anatomische Besonderheit, ein Fremdkörper, eine Verletzung oder ein Tumor.[3] Deshalb gehört auch der harmlos wirkende Ausfluss einmal in die Praxis.
Anders als beim Menschen ist das Scheidenmilieu der Hündin nicht sauer: In einer Untersuchung lag der pH-Wert gesunder Hündinnen zwischen 6,0 und 7,5, und Milchsäurebakterien fanden sich in fast jeder Probe.[2] Einen Abstrich ordnet deshalb immer die Tierarztpraxis zusammen mit dem klinischen Bild ein.
Bei der Gebärmutterentzündung (Pyometra) füllt sich die Gebärmutter mit Eiter. Progesteron spielt in den Wochen nach der Läufigkeit die Schlüsselrolle, der häufigste Keim ist E. coli. Ist der Muttermund offen, fließt der Eiter ab und Sie sehen Ausfluss. Ist er geschlossen, staut sich der Eiter.[1] Das ist ein Notfall.
Woran Sie eine Gebärmutterentzündung erkennen
- Ausfluss aus der Scheide – schleimig-eitrig bis blutig
- Mattigkeit
- Appetitlosigkeit
- auffällig viel Trinken und häufiges Wasserlassen
- Erbrechen, Durchfall
- Fieber, zunehmender Bauchumfang
Nicht abwarten und nichts auf eigene Faust geben. Rufen Sie die Praxis an und sagen Sie dazu, wann die letzte Läufigkeit war.
Die Gebärmutterentzündung trifft vor allem mittelalte und ältere unkastrierte Hündinnen.[1] Sie kommt aber auch bei jungen Tieren vor: Pepper erkrankte nach ihrer zweiten Läufigkeit. Sie war matt, spielte nicht mehr mit ihrem Hundefreund Ben und schlief sehr viel. Mehr getrunken hat sie nicht.
Ursachen: erst die Hormone, dann die Keime
Die Wochen nach der Läufigkeit sind der Risikozeitraum. In Schweden erkrankt im Schnitt etwa jede fünfte Hündin vor dem zehnten Lebensjahr. Hormonpräparate mit Gestagenen oder Östrogenen erhöhen das Risiko zusätzlich.[1] Fragen Sie vor jeder Hormongabe ausdrücklich nach diesem Risiko.
Aus unserer Erfahrung als Tierheilpraktiker spielt die Verfassung der Hündin mit hinein: eine Schilddrüsenunterfunktion, andere hormonelle Störungen, wiederholte Infekte. Mehr dazu steht in unseren Ratgebern Stoffwechsel und Hormone beim Hund und Schilddrüse beim Hund.
Operation oder Medikamente – das entscheidet die Tierarztpraxis
Die Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken gilt als sicherste Behandlung. Eine rein medikamentöse Behandlung kommt laut Fachliteratur für junge, sonst gesunde Zuchthündinnen mit offenem Muttermund in Frage oder dann, wenn Narkose und Operation zu riskant wären. Die beschriebenen Rückfallraten reichen je nach Protokoll von 0 bis 48 Prozent.[1]
Im Alltag fällt oft das Wort Sterilisation; gemeint ist bei der Hündin fast immer die Kastration. Sie verändert den Stoffwechsel, dazu kommen die Risiken von Narkose und Wundheilung. Das Für und Wider steht in unserem Ratgeber Kastration der Hündin.
Wo wir Position beziehen: Eine Kastration vor der ersten Läufigkeit ohne medizinischen Grund sehen wir kritisch. Bei einer bestätigten eitrigen Gebärmutterentzündung liegt die Sache anders. Da zählt jede Stunde, und wir raten niemandem, eine tierärztlich empfohlene Operation aufzuschieben, um es zuerst mit Kräutern oder Globuli zu versuchen.
Was wir davor und danach tun – und was nicht
Die Gebärmutterentzündung selbst behandeln wir nicht. Punkt. Unsere Arbeit beginnt, wenn die Praxis ihre getan hat – oder lange vorher bei einer Hündin, die unkastriert bleiben soll.
Was wir aus über 26 Jahren Praxis sehen, zeigen die beiden Fälle, die wir auf unserer Seite dokumentiert haben: Die Entzündung stand nicht allein. Pepper hatte vorher über Monate weichen Kot, stumpfes Fell und mehrere Antibiotika-Gaben hinter sich. Hündin Leyla hatte seit ihrer ersten Läufigkeit Scheinträchtigkeiten.
- Läufigkeit notieren. Schreiben Sie das Datum auf und achten Sie in den vier Monaten danach täglich auf Trinkmenge, Appetit und Ausfluss.
- Napf prüfen. Was füttern Sie, seit wann, und was hat sich seit dem letzten Futterwechsel verändert?
- Zeit einplanen. Unser Begleitkonzept ist in der Regel auf sechs Monate angelegt, mit einem Zwischengespräch nach drei Monaten. Es dauert.
Als Peppers Halterin nach der nächsten Läufigkeit erneut eine Operationsempfehlung bekam, bestärkte Tierheilpraktikerin Nehls sie am Telefon darin, eine zweite tierärztliche Meinung einzuholen. So halten wir es bis heute.
Wo wir bei Ihrer Hündin anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – telefonisch unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.
Häufige Fragen zur Gebärmutterentzündung bei der Hündin
Ein Fall, den wir gut kennen: Hündin Pepper
Erfahrungen einzelner Hunde sind nicht übertragbar. Pepper hatte die offene Form der Gebärmutterentzündung und wurde tierärztlich behandelt. Ihr Bericht ist kein Rat, eine empfohlene Operation abzulehnen.
Pepper kam mit vier Monaten aus einem spanischen Tierheim. Nach einem ungewollten Deckakt bekam sie eine Hormonspritze, wurde erneut läufig und erkrankte an einer eitrigen Gebärmutterentzündung. Ihr Tierarzt behandelte medikamentös, parallel stellte die Halterin mit uns das Futter um. Nach der folgenden Läufigkeit stand erneut eine Operation im Raum; eine Tierklinik sah bei der zweiten Untersuchung keinen Anlass dafür.
„Das typische Anzeichen ‚viel Trinken‘ […] trat bei Pepper nicht auf. […] Mittlerweile leicht bis ziemlich verzweifelt, rief ich daraufhin im Tierheilkundezentrum an, da wir dort schon unsere Pferde in Behandlung hatten. Nach dem Gespräch sah ich das ganze Thema wesentlich klarer.“
Hündin Pepper, eitrige Gebärmutterentzündung nach der zweiten Läufigkeit · Vollständigen Bericht lesen →
Die Entzündung ist behandelt – und Sie fragen sich, was vorher schon nicht stimmte?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter.“ Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse“ ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit: Anamnesebogen und Haarprobe, ausgewertet von Tatjana Siebert und unserem Team, als Grundlage für einen Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Lieber zuerst reden? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo wir bei Ihrer Hündin anfangen – telefonisch unter 05642 988 8826.
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse“ →- Hagman R (2018): Pyometra in Small Animals. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice 48(3), 639–661. Volltext (SLU)
- Delucchi L, Fraga M, Perelmuter K, Cidade E, Zunino P (2008): Vaginal lactic acid bacteria in healthy and ill bitches and evaluation of in vitro probiotic activity of selected isolates. Canadian Veterinary Journal 49(10), 991–994. Volltext (PMC)
- Scully CM (Überarbeitung 2023): Vaginitis in Small Animals. MSD Veterinary Manual. Online
